Astrid Kramer im SEO-Interview auf der SMX 2018 in München

Astrid Kramer – diesen Namen kennt wohl jeder, der schon mal etwas mit SEO zu tun hatte. Sie berät seit Jahren Unternehmen bei der Suchmaschinenoptimierung und ist immer wieder auf den wichtigsten Events der Branche anzutreffen. Auf der SMX gehört sie zum Moderations-Urgestein und begleitet die Sessions mit klugen Fragen und charmanten Antworten. Grund genug für uns, die Wahl-Hamburgerin vor der Kamera zu aktuellen SEO-Trends auszuquetschen.

 

Astrid, möchtest du dich kurz vorstellen? Wer bist du, was machst du?

Hi, ich bin Astrid Kramer. Ihr findet mich online unter astrid-kramer.de oder als “Nerd in Skirt” bei Twitter oder auch auf meinem Blog. Der ist allerdings schon richtig alt. Ich bin schon lange dabei und bin auch schon richtig alt.

Was gibt es sonst noch…? Genau, ich bin Consultant mit Fokus auf SEO und auch ein bisschen UX, aber doch eher SEO. Ich bin buchbar und lebe momentan remote außerhalb von Deutschland. Ich glaube, das war’s.

Was war denn so eine Session, die dich ganz besonders begeistert hat? Fällt dir da spontan eine ein?

Ich war gerade eben in der Session von Jono Alderson von YOAST dabei. Das war sehr geil, die mich so ein bisschen weggeblasen hat. Die Grund Message war: “In Wirklichkeit seid ihr und euer Business überhaupt nicht Nutzerzentriert.” Er hat auf einer Metaebene beschrieben, wie man sein ganzes Business consumer centred machen kann, aber gleichzeitig auch sehr “hands on”, also sheets präsentiert, die man auch gleich nutzen kann. Also am besten zieht man sich seine Präsentation und schaut dann, wie man selbst damit klar kommt.

Heute Morgen war ich bei Christoph Röck. Das war auch hammer gut. Das Thema war künstliche Intelligenz. Er hat sich die KI von IBM, die behauptet, sie könne analysieren, welche Art von Person einen bestimmten Text geschrieben hat, vorgenommen. Er hat über die API Texte von Ghandi, Julius Cäsar, Hitler und Angela Merkel geladen, um dann zu zeigen, dass es leider noch nicht funktioniert. Ghandi und Hitler waren dann irgendwie gleich. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Reden und keine verfassten Texte waren. Die KI ist aber eben nicht ganz so clever, wie sie verkauft wird.

Das waren so meine heutigen Highlights… obwohl die Keynote von Johannes von ladenzeile.de war der absolute Hammer. Geil präsentiert und auch ein tolles Thema – eben wieder AI. Ich glaube, das war alles, was ich heute gesehen habe. Also ich hatte 3 Sessions und drei Highlights. War also cool.

Eben hast du es schon angesprochen, in Sachen SEO bist du ja immer up-to-date. Deswegen habe ich auch eine sehr aktuelle SEO-Frage für dich. Google hat ja vor kurzem die “andere-suchten”-Keywords gelauncht. Was ist denn deine Meinung dazu?

Das ist wirklich eine richtig aktuelle Frage. Das ist ganz neu. Johannes Kronenberg hat dazu schon einen Blogpost geschrieben und nennt es “short click box”, einfach, damit wir mal einen Namen für das Kind haben.

Genau. Es ist wirklich sehr schön, dabei ist es von der Intention gar nicht neu. Es ist ja nun so, dass Google sein Machine Learning, seine KI, verbessern will. Ich habe eine Suche und es geht ja darum, dass wenn ich eine Suche habe und vom Ergebnis direkt in die SERP zurück bounce, dann ploppen unter der Domain, die ich gerade geklickt habe zusätzliche Links auf.

Das Fiese dabei ist, die sehen ja erstmal ganz geil aus, so wie Sitelinks, also als ob ich weiter auf der Domain bleibe. In Wirklichkeit sind sie aber ein ganz klares Zeichen dafür, dass es deine Domain nicht gebracht hat, denn Google stellt dort neue Suchergebnisse zur Verfügung.

Da kann man aus SEO-Sicht nur sagen: Schaut, dass ihr die Dinger nicht bekommt. Es ist eben kein Qualitätsmerkmal, denn der Nutzer hat bei euch offenbar nicht das gefunden, wonach er gesucht hat. Spannend ist es aber für uns, weil diese short clicks links liegen schon im Quelltext vor, also man sieht die schon bei Google, wenn man eine Suche ausführt. Das heißt natürlich wieder, dass wir sehr gut eine Keywordrecherche durchführen. Ich kann schauen, wie ich mein Thema holistisch am besten erschlage. Dabei muss man aber wiederum aufpassen, dass man kein riesiges holistisches Brett produziert, bei dem der Nutzer dann wieder nicht findet, wonach er sucht.

Wenn es eine spitze Anfrage ist, dann ist es halt eine spitze Anfrage. Also, wie gesagt, es ist kein Qualitätsmerkmal, aber es ist cool, um zu schauen wie ich damit arbeiten kann.

Das geht ja auch schon in die Nutzersignale mit rein. Nutzersignale spielen eine immer größere Rolle. Google versucht sie mehr mit ins Ranking zu integrieren. Welche Nutzersignale siehst du als besonders wichtig an?

Ich glaube wirklich, all das, bei dem man sagen kann, das ist wirklich ein echtes Nutzersignal, das heißt, das was Google aus Chrome ausliest. Das was Google wirklich aus… naja, auch Analytics ziehen sie es ja angeblich nicht heraus, aber eben alles, was Google wirklich auslesen kann.

Damit meine ich nicht die Bouncerate. Das ist kein echtes Nutzersignal, weil es einfach sein kann, dass ich eine Suchanfrage stelle, die nur ein Ergebnis verlangt und ich sehe auf den ersten Blick die Antwort und denke: “Jo, geil, jetzt gehe ich woanders hin!” Es gibt keinen Grund, weiter zu klicken. Verweildauer – was ist, wenn der Tab einfach auf bleibt? Es gibt halt so KPIs, die bringen es einfach nicht. Hier muss man wirklich mehr ins Detail gehen und schauen, was man wie besser herauslesen kann. Gerade eben bei Jono habe ich mich gefreut, weil er gesagt hat: “Bitte achtet darauf, was über eure Brand oder euer Unternehmen zum Beispiel getwittert wird oder wie sonst in Social Media darüber gesprochen wird.”

Die letzten drei oder viere Jahre wurde ja wieder die Sau durch’s Dorf getrieben, dass Social Media überhaupt nichts mit dem Ranking zu tun hat. Ich glaube es einfach nicht. Ich glaube, dass jedes Signal, das Google eindeutig auslesen kann, wird auch ausgelesen. Deswegen solltet ihr auf die eigene Reputation achten.

Bin ich, als Social Media Manager, durchaus deiner Meinung. Ich habe nun noch eine knallharte Frage an dich: Warum sind Pizza Kartons nicht rund, sondern eckig?

Astrid: Scheiße, ist das gut. Richtig gute Frage. Okay, du hast eine riesengroße Pizzeria und du musst die Dinger ja irgendwo stapeln – auch nebeneinander. Dabei ist eckig halt besser, als rund. UND: hinten auf’m Roller ist das mit dem Kasten und zwei Kartons nebeneinander auch praktischer.

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