BarCamp Hannover 2017: Interview mit den Organisatoren René Glembotzky und Theresa Röhrle

Das E-Team war vor kurzem zum ersten Mal beim BarCamp in Hannover dabei. Was das ist? Das haben wir uns von den Organisatoren persönlich erklären lassen. Hier seht ihr nun das Interview mit Theresa Röhrle und René Christian Glembotzky, die euch den Spirit eines BarCamps näher bringen.

Ihr beide, ihr seid quasi das BarCamp, könnte man sagen. Ihr habt das BarCamp hier in Hannover aus dem Boden gestampft. Wann war das?

René: 2011.

Theresa: Nee, 2008 war es doch zum ersten Mal.

René: Stimmt, 2008 fand es zum ersten Mal in Hannover statt – seit 2011 bin ich fester Bestandteil des Orga-Teams. Theresa ist seit 2016 mit dabei.

Orga-Team ist ein gutes Stichwort. Wie groß ist dieses Team bei einem Barcamp?

René: Das besteht aus uns beiden als Kernteam. Wir sorgen dafür, dass das Ganze strategisch und von der Gesamtorganisation her in die richtige Richtung geht. Außerdem suchen wir uns aus dem Kreise der Barcamper von Jahr zu Jahr immer freiwillige Helfer, die uns beim Aufbau, beim Abbau und auch während des Camps unterstützen.

Der Sinn des Barcamps besteht ja darin, dass es keinen festen Terminplan gibt. Die Teilnehmer können hier morgens ihre Themen vorschlagen und dann wird abgestimmt. Ist das der Spirit eines Barcamps?

René: Das Barcamp ist aus einer Art Antibewegung heraus entstanden – gegen die großen IT- und Marketing-Konferenzen. Im Jahr 2005 gab es das erste Barcamp in Palo Alto (Kalifornien). Sinn und Zweck der Sache war, dass Gleichgesinnte sich treffen und Themen mitbringen, über die sie dann ein oder zwei Tage reden.

Genauso ist es bei uns auch. In Hannover findet das Barcamp zum fünften mal statt. Wir können mit über 500 angemeldeten Teilnehmern einen Teilnehmerrekord vermelden. Außerdem haben wir auch so viele Sessions wie noch nie. Normalerweise sind wir von wie viel Sessions ausgegangen?

Theresa: 72.

René: Genau, 72 Sessions hatten wir für die beiden Tage zusammen geplant. Nun hatten wir gestern schon 53 und am zweiten Tag nochmal 52 Sessions.

Okay, das sind ein paar mehr.

René: Genau, 105 Vorträge von IT- über Marketing bis hin zu Organisationsthemen, wie „Was passiert, wenn es morgen meinen Job nicht mehr gibt?“

Wir haben jetzt schon ein paar Sessions gesehen. Habt ihr Favoriten? Gab es Highlights? Wie gefällt euch das Barcamp 2017?

René: Jede Session war ein Highlight, weil die Vielfalt dieses Mal so atemberaubend ist. Wir hatten von Themen wie „gelebter Feminisums“ bis hin zu „Wie kann ich meine Reichweite in den Social Media Kanälen mit Lego erhöhen?“ sehr viele coole Themen dabei.

Theresa: Toll war auch die Session von Markus Boch zum Thema Depressionen.

René: Stimmt, Markus Boch ist auch so ein Paradebeispiel. Er ist mittlerweile ein Freund von uns und hat auf dem Barcamp 2016 zum ersten Mal überhaupt vor Leuten über das Thema Depressionen und Suizid gesprochen. Das ist vielleicht nicht unbedingt das, was man auf einem Barcamp erwartet, aber es haben sich halt viele Teilnehmer angesprochen gefühlt.

Seitdem hält er regelmäßig Vorträge und ist jetzt sogar Gastdozent an der Hochschule in Holzminden. Er hat einfach festgestellt, dass sich viele Menschen unterschwellig mit genau diesem Thema beschäftigen. Das ist aber auch eigentlich nicht der Kern des Barcamps gewesen, sprich Marketing, IT und Medien.

Dennoch ist das ein Thema, mit dem sich Menschen beschäftigen, die zum Barcamp kommen und worüber sie dann auch sprechen wollen.

Seid ihr eigentlich auch in der ein oder anderen Session zu finden oder wuselt ihr die ganze Zeit nur drumherum?

René: Wir nehmen hier schon ein paar Sessions mit, wenn wir nicht gerade irgendetwas organisieren müssen. Wir fahren aber auch selber auf viele Barcamps in ganz Deutschland. Wir waren vor kurzem zum Beispiel in Berlin und Hamburg.

Wenn man das ein paar Jahre macht, sieht man doch sicher ein paar bekannte Gesichter auf dem Barcamp. Wie ist so das Verhältnis von bekannten und neuen Teilnehmern?

Theresa: Ja, das ist immer wie so ein Klassentreffen. Wenn man dann auf andere Barcamps fährt, da trifft man dann auch wieder auf bekannte Leute. Man kennt ja auch mit jedem Jahr mehr Leute und freut sich umso mehr, weil man genau weiß, dass bestimmte Leute auch wieder hinkommen. Der Kreis wird einfach immer größer. Das finde ich persönlich wirklich toll.

René: Genau, schau doch nur mal uns an. Vor ein paar Wochen haben wir uns noch nicht mal gekannt und nun sitzen wir hier im Hof und führen ein Interview.

 

Das war natürlich nicht das einzige Interview, dass wir auf dem BarCamp Hannover 2017 geführt haben. Hier könnt ihr euch die anderen Interviews anschauen:

 

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