BarCamp Hannover 2017: Robert Basic über digitale Assistenten und KI [Video]

Auf dem BarCamp in Hannover haben wir mit einigen interessanten Menschen über die verschiedensten Themen im Online-Marketing gesprochen. Heute zeigen wir euch unser Videointerview mit Blogger-Legende Robert Basic. Er hat einen Blick in die Zukunft der digitalen Assistenten und der künstlichen Intelligenz gewagt.

Effektiv: Wir sind auf dem Barcamp Hannover und neben mir sitzt Robert Basic. Robert, womit spielst du denn momentan?

Robert Basic: Momentan beschäftige ich mich viel mit der Autoindustrie, weil die sich sehr stark bewegt. Es schießen ja ganz neue Techniken, wie Roboter- oder Elektrofahrzeuge aus dem Boden. Alle sagen: „Tesla ist cool. Die deutsche Autoindustrie ist tot.“ Das finde ich natürlich sehr reizvoll, weil man eben merkt, dass da wirklich viel passiert. Solche Themen fesseln mich. Ich mag so neue Sachen, die die Technik verändern. Wo Stillstand ist, das ist nicht so mein Ding, aber wo sich etwas verändert, wo noch Chaos herrscht und es Meinungsdifferenzen gibt, da bin ich zuhause.

Wenn du gerade so in der Autobranche unterwegs bist – hast du einen Blick in die Zukunft für uns? Was wird wichtig? Was ist schon heute wichtig?

Ja, also ich würde heute keine Fahrschule mehr aufmachen, weil in Zukunft wohl niemand mehr einen Führerschein braucht. Nicht gleich morgen, aber es wird kommen.

Wie nahe ist diese Zukunft an der Gegenwart?

Also ein 50-jähriger Fahrschullehrer wird noch gut zu tun haben, bis er in Rente geht. Wer 20 ist und gerne eine Fahrschule aufmachen will, dem würde ich als Banker keinen Kredit mehr geben.

Aber nicht nur auf den Straßen schreitet die Technik voran. Auch bei uns zuhause geht es rasant nach vorne. Wir haben bereits Amazon Alexa, Google Home, usw.

Also wenn ich jetzt ganz böse wäre, würde ich ja sagen, dass wir 1950 noch das Hausbuch der guten deutschen Hausfrau hatten. Das war damals unsere Alexa. Da bin ich doch froh, dass das jetzt langsam vorbei ist.

Wann werden wir alle so ein Teil zuhause stehen haben? Werden wir so ein Ding überhaupt alle zuhause stehen haben?

Ich denke, erstmal ja. Amazon ist ja einer der großen Treiber momentan. War ja vorher nicht unbedingt klar, dass sich ausgerechnet dieses Unternehmen durchsetzen würde. Die haben in Amerika bereits eine riesige Welle erzeugt. Wissen die Leute eigentlich hierzulande schon, was eine Alexa ist?

Die Leute wissen das, denn schließlich können sie sich auch schon unser Newsformat OMG! über Alexa anhören.

Okay, cool. Das ist sicherlich so ein Fall, der einen Gruppenzwang erzeugt. Wenn immer mehr Menschen sagen: „Das ist cool“, dann machen auch immer mehr mit. Es ist ja auch lustig. „Alexa, wie ist das Wetter?“ oder „Ich brauche noch Joghurt. Notiere Joghurt und kauf das ein.“

Jetzt kann man ja sogar schon Lebensmittel über Amazon Fresh bestellen. In Berlin wird das gerade getestet. Also solche Systeme für zuhause, die meine Sprache verstehen – das ist längst ein notwendiger Schritt. Es wurde Zeit, dass wir nicht mehr für alles an diesen blöden PC gehen müssen, ihn einschalten, 3 Minuten warten und dann noch Amazon, Otto oder Neckermann aufrufen.

Werden es genau solche Informationen sein, die wir über diese Systeme abrufen?

Keine Ahnung. Wir konnten als Mensch noch nie vorgeben, wofür andere Menschen technische Neuerungen letztlich nutzen. Da ist der Mensch ja herrlich kreativ. Das ist wie beim Telefon. Soll ich das nur im Beruf nutzen oder auch zuhause? Das war am Anfang auch noch nicht klar. Es ist alles vorstellbar. Ich glaube, es gibt da keine Limits.

Aber als Unternehmen sollte man doch schon versuchen zu bestimmen, was die User damit machen sollen, oder?

Bestimmen kannst du das nicht. Du kannst nur etwas Gutes anbieten. Dann sagt der User entweder: „Das ist cool, ich habe damit eine gute Erfahrung gemacht oder ich habe gehört, dass Alexa mich abhört und ich habe darauf keinen Bock und schalte es sofort wieder ab.“ Das kann ja auch passieren. Spätestens dann, wenn du eine Werbeempfehlung bekommst á la: „Lieber Herr Müller, Sie haben gestern über xy geredet. Ich könnte Ihnen ein tolles Angebot machen.“ Für eine Versicherung oder ähnliches… Da ist dann Ende im Gelände für die User.

Spätestens dann werden die Leute misstrauisch. Es kommt also sehr darauf an, wie die Unternehmen diese Systeme nutzen werden. Entweder sie machen es gut und haben ein gutes Angebot und es funktioniert auch – das ist ja das Wichtigste – oder aber sie verärgern die Leute, und dann ist das auch ganz schnell wieder tot. Es ist also noch nicht ganz klar, dass sich das so super durchsetzen wird.

Kommen wir zum Barcamp. Was machst du eigentlich hier?

Ich war auf dem Weg nach Hamburg und dazwischen kam das Barcamp. Das hat einfach gepasst. Ich war schon seit zig Jahren nicht mehr auf einem Barcamp, weil ich keinen Bock mehr hatte, weil es für mich nichts mehr Neues gab. Aber wenn man schon so lange nicht mehr dabei war, dachte ich mir, dass es jetzt bestimmt neue Themen gibt, und das ist auch genau so. Man kann das hier gar nicht mehr mit der Veranstaltung von vor 5 Jahren vergleichen. Es macht echt wieder Spaß. Ich kenne viele Leute hier noch gar nicht. Insofern hat es sich schon voll gelohnt.

Hast du schon ein Session oder ein Thema, dass dich besonders begeistert?

Ja, wäre ich jetzt der alte Poser, würde ich natürlich sagen: meine eigene Session zusammen mit Daniel Bönighausen. Er erzählt etwas über Elektromobilität – also Tesla usw. – und ich sage etwas zum autonomen Fahren, also auch so ein Assistenz-Thema. Ich finde aber auch die Session zu den 360°-Videos spannend. Leider findet die zur gleichen Zeit wie meine Session statt. Es gibt aber auch noch eine Session zu KI und Machine Learning. Die besuche ich auf jeden Fall. Das hat ja im übrigen auch etwas mit Alexa & Co zu tun.

Aber auch die anderen Themen sind großartig. Die meiste Zeit verbringe ich aber eigentlich draußen und rede hier, wie mit dir gerade, mit Leuten. Genau so etwas finde ich toll. Genau das zeichnet das Barcamp aus. Man lernt neue Leute kennen, bekommt neue Impulse, findet neue Themen… That’s Barcamp.

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