Wann sich Bing Ads lohnen können

AdWords ist neben Facebook Ads der größte Anbieter für Online-Werbung. Mit einem Marktanteil von über 90 Prozent erreicht man mit AdWords zweifellos die meisten User. Dennoch gibt es natürlich auch noch andere Anbieter, bei denen es sich trotz kleinerer Reichweite lohnen kann, Ads zu schalten. Die oft vernachlässigte Suchmaschine Bing hat ihren Marktanteil im Jahr 2016 verdoppelt und bietet Chancen für einige Unternehmen, dort neue Zielgruppen zu erschließen und an ihre Marke zu binden. Wie Bing Ads funktionieren, was sie können, was nicht, und für wen sie sich lohnen können, erklären wir in diesem Beitrag.

Wie funktionieren Bing Ads?

…im Grunde genauso wie Google AdWords. Die Einstellungen im Ad-Konto sind nahezu dieselben, was es Marketern, die bereits mit AdWords arbeiten, leichter macht, Anzeigen über Bing zu schalten. Wie beim Marktführer, gibt es verschiedene Arten von Ads (erweiterte Textanzeigen, Display Ads, Remarketing Ads, Shopping Ads und diverse Erweiterungen, wie die Standort- oder die Call-Extension). Auch die Bezahlung läuft wie bei Google über Cost-per-click (CPC), das heißt, als Marketer bezahlt man pro Klick auf seine Anzeige.

Insgesamt läuft vieles wie bei AdWords. Bei der Erstellung von Anzeigen ist zunächst kein Vorteil der Bing Ads zu erkennen. Warum also über die deutlich kleinere Suchmaschine überhaupt Anzeigen schalten?

Bing Ads haben exakt dasselbe Format wie AdWords. Die Erstellung ist dementsprechend ähnlich, wie bei Google. / Screenshot

Bing Ads haben exakt dasselbe Format wie AdWords. Die Erstellung ist dementsprechend ähnlich, wie bei Google. / Screenshot

Was erreicht man mit Bing Ads?

In einigen Branchen und Themenbereichen sind Bing Ads günstiger als AdWords. Man spart also Geld, das jedoch auch nicht gut angelegt ist, wenn man nicht genügend Personen und damit Conversions erreicht. Der große Schwachpunkt und Grund, warum viele noch vor der Anzeigenschaltung auf Bing zurückschrecken, ist die deutlich kleinere Reichweite im Gegensatz zu Google. Aus diesem vermeintlichen Schwachpunkt können sich jedoch auch Chancen ergeben, völlig neue Zielgruppen zu erreichen.

Schließlich erreicht ihr mit euren AdWords nur die wenigsten Bing-User. Hier tut sich also eine bislang unerschlossene Zielgruppe auf, die ihr mit eurer Kampagne begeistern könnt. Ein weiterer Punkt ist die Sichtbarkeit. Weil alle über Google werben, ist der Wettbewerb unter den werbenden Unternehmen längst nicht so hart. Damit könnt ihr euch einen echten Vorsprung gegenüber euren Konkurrenten verschaffen.

2015 betrug der Marktanteil von Bing noch 2,5 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sich dieser Anteil bereits verdoppelt – Tendenz steigend. Erklären lässt sich das mit guten Kooperationen. Bing ist zum Beispiel die Standard-Suchmaschine von Microsoft Windows, und ja, es gibt Nutzer, deren erste Amtshandlung es nicht ist, auf Google umzustellen und die Bing tatsächlich weiterhin nutzen. Man denke dabei an die zahlreichen Büromitarbeiter, die auf ihrem Arbeitsrechner gar keine Wahl haben, weil die Suchmaschine nicht geändert werden kann.

Diese Inforgrafik zeigt, was Bing ist und was es sein will. / Grafik: Bing

Diese Infografik zeigt, was Bing ist und was es sein will. / Grafik: Bing

Wenn wir über Chancen und Vorteile von Bing Ads reden, wollen wir euch natürlich auch die Schwachstellen nicht verschweigen. Bei der Auswertung, Analyse, der Segmentierung und der Attribution kann Bing mit Google noch nicht mithalten.

Ihr habt zum Beispiel keine aufgeschlüsselten Werte zu unterschiedlichen Conversion-Arten in den verschiedenen Kampagnen und Anzeigengruppen. Zwar habt ihr dieselben Optimierungsmöglichkeiten, wie bei AdWords (Wann waren die User aktiv?), mit denen sich Anzeigen natürlich perfekt timen lassen, die so genau zur richtigen Zeit auf dem Bildschirm eurer Zielgruppe erscheinen. Leider erfahrt ihr bei Bing nur, wann die User aktiv sind, nicht aber, wann tatsächlich konvertiert, sprich gekauft oder sich registriert wurde.

Wer seine AdWords in das System von Bing importieren will, kann das theoretisch tun, allerdings klappt das in den wenigsten Fällen fehler- bzw. verlustfrei. So bleibt das Layout zwar erhalten, denn die Maße und Zeichenanzahlen sind exakt dieselben, jedoch verändern sich Kleinigkeiten in den Einstellungen, die man nicht auf den ersten Blick sieht und später nur schwer wieder rückgängig machen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine AdWords-Kampagne in englischer Sprache soll nun auch bei Bing laufen. Beim Importieren stellt sich jedoch mitunter das gesamte Bing-Konto auf Englisch um, obwohl es nur um eine einzige englische Ad geht und nichts weiter verändert werden soll. Probleme, mit denen man bei Bing leider noch leben muss. Nichtsdestotrotz sollte man nicht generell von Ads beim Google-Konkurrenten absehen.

Für wen lohnen sich Bing Ads?

Vor allem der Bereich B2B ist für Bing-User interessant. In großen Unternehmen ist, wie bereits erwähnt, Windows häufig das Standard-Betriebssystem, an dem intern nicht viel zu ändern ist. Da Bing hier als Standard-Suchmaschine eingestellt ist, sitzen hier eure potenziellen Kunden, die Bing nutzen „müssen“. Fernab dessen, kann so ziemlich jeder eine neue Zielgruppe über Bing erreichen.

Hierzu ein Tipp von uns: Schaut bei Analytics nach, wie viel Traffic ihr über Bing bekommt und entscheidet dann, ob die Suchmaschine für eure Kunden und damit für euch interessant ist. So können theoretisch auch B2C-Unternehmen von Bing Ads profitieren, wenn nur genug User über diese Suchmaschine auf die Website gelangen und immer wiederkommen.

In diesem Video wird anschaulich erklärt, wie ihr Besucher über Bing zur Wiederkehr bewegt:

Doch selbst, wenn nicht viele User über Bing zu euch kommen, tun sie es vielleicht bei eurem Mitbewerber, der schon ordentlich Anzeigen schaltet. Hier habt ihr noch ein Wörtchen mitzureden und solltet euch den zusätzlichen Traffic nicht entgehen lassen.

Bing Ads sind nach wie vor ein Nischenprodukt, mit dem die AdWords im besten Fall ergänzt werden können. Dennoch bieten sich bei der richtigen Strategie und Optimierung echte Chance auf mehr Traffic, die Erschließung neuer Zielgruppen und mehr Conversions. Wir beraten euch diesbezüglich gerne und analysieren, ob Bing für euer Unternehmen sinnvoll ist.

 

 

Beitragsfoto: bortonia/iStock

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