Corporate Blogging – so motivierst du deine Mitarbeiter mitzumachen

Es gibt viele gute Gründe, einen Unternehmensblog zu starten. Reichweite erhöhen, direktes Feedback, Transparenz, Authentizität, Sympathiebildung, Know-How zeigen, Online-Reputation steigern, SEO und so weiter. Alles schon oft gehört. Und trotzdem mischt hierzulande gerade einmal jedes zweite DAX30-Unternehmen aktiv in der Blogosphäre mit. Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass vor allem der Mangel an zeitlichen und personellen Ressourcen ausschlaggebend dafür ist, dass sich viele Unternehmen derzeit noch nicht ausreichend mit dem Thema „Corporate Blogging“ auseinandergesetzt haben. Schade eigentlich, aber diese „Machbarkeitsbedenken“ sind natürlich absolut richtig. Ohne Zeit und Personal geht nichts. Ein Weblog lebt von ehrlichen und persönlichen Beiträgen verschiedenster Mitarbeiter. Obwohl der Blog natürlich (auch) als Marketinginstrument genutzt werden soll, sollten Marketingabteilung und/oder PR-Agentur nur in Ausnahmefällen Beiträge verfassen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich die Beiträge wie Werbeanzeigen lesen und/oder auf Grund mangelnden Expertenwissens einen zu geringen Informationsgehalt ausweisen.

Im Idealfall schreiben mehrere interne Experten in regelmäßigen Abständen.

Wenn Ihr einen Unternehmensblog starten wollt, solltet Ihr Euch von Anfang an mehrere Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ins Boot holen. Diese Mitarbeiter sollten in einem vorher festgelegten Intervall regelmäßig Beiträge verfassen, in denen sie ihre Sicht der Dinge einbringen und ihre individuelle Kompetenz darstellen können. Derzeit auf dem Markt verfügbare BloggingPlattformen unterstützen diesen Ansatz. Verschiedene Autoren können unabhängig voneinander unter ihrem eigenen Autorennamen (dieser steht später auch unter dem Blogbeitrag) einen Beitrag veröffentlichen. Dadurch wird die Reputation des einzelnen Mitarbeiters gestärkt und der Blog
gewinnt durch die Vielfalt an Autoren, Themen und Meinungen an Authentizität und Informationstiefe. In der Theorie klingt doch alles recht simpel, oder? Leider zeigt die Praxis allerdings, dass sich die gewünschte Diversität eines Blogs in der Unternehmenswirklichkeit nur schwer umsetzen lässt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von mangelndem Verständnis
für das Medium „Blog“ über „ich hab für sowas keine Zeit“ bis hin zu einer grundsätzlichen Verweigerungshaltung gegenüber allem was über den eigenen Tätigkeitsbereich hinausgeht. Die Frage vor der deshalb zunächst einmal alle Unternehmen stehen lautet also: Wie lassen sich meine Mitarbeiter für das Projekt „Corporate Blog“ motivieren?

Bitte bloß keinen Schnellschuss! Überzeug deine Mitarbeiter von der Sinnhaftigkeit des Blog.

Viele Mitarbeiter arbeiten schon jetzt tagtäglich nah an ihrer Belastungsgrenze. Ihre Schreibtische (und Köpfe) sind voll. Für Kreativität und einen Blick über den Tellerrand des eigenen Aufgabengebiets hinaus bleibt da kaum Luft. Diese Tatsache solltest du immer im Auge haben, auch- bzw. vor allem dann – wenn du planst mit einem solch „neumodischen“ Projekt wie einem Corporate Blog um die Ecke zu kommen. Mit großem Zuspruch kannst du dafür zunächst wahrscheinlich nicht rechnen. Ein Blog ist für viele etwas Abstraktes (auch wenn er sich ganz konkret auf einem Server befindet und über eine bestimmte URL aufgerufen werden kann). Deine Aufgabe ist es, das Projekt greifbar zu machen und dabei eventuelle Bedenken und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Ich habe einmal einige wirksame Maßnahmen zusammengefasst, mit denen du es schaffen kannst, deine Mitarbeiter vom Projekt „Corporate Blog“ zu überzeugen:

• Veranstalte bereits vor offiziellem Startschuss des Blogs eine kleine Schulung/Workshop zum Thema „Corporate Blogs“. Wähle hierfür einen günstigen Zeitpunkt. Erzähl etwas über die Ziele, den Ablauf und das Web 2.0 im Allgemeinen. Halte dich kurz, aber mach deutlich, welche Chancen das Projekt bietet und wie jeder involvierte Mitarbeiter ganz persönlich davon profitieren kann (Stichwort: eigene Online-Reputation).

• Sprich auch über Risiken, wie z.B. die Gefahr negativer Mundpropaganda und nimm alle Bedenken ernst. Ein bislang unauffälliger Mitarbeiter, der im stillen Kämmerlein seiner Arbeit nachging wird durch einen veröffentlichten Beitrag plötzlich nach außen transparent und dadurch theoretisch auch angreifbar.

• Plane das Projekt gut. Erstell Redaktionspläne und Guidelines für die Beiträge. Die Mitarbeiter sollen wissen, was einen guten Beitrag ausmacht und welche Keywords sie benutzen sollten. Wichtig ist, dass jeder Autor eines Artikels seine persönliche Meinung einbringen darf und über ein Thema schreibt, dass ihn wirklich interessiert.

• Veranstalte regelmäßige Meetings zur Themen- und Ideenfindung. Aufmerksamkeit bzgl. interessanter und „verwertbarer“ Themen ist ein Lernprozess. Erwarte am Anfang nicht zu viel und hilf der Kreativität durch Best-Practice-Beispiele aus anderen Blogs auf die Sprünge.

• Räum deinen Mitarbeitern zeitliche Freiräume ein, die genug Platz für Kreativität lassen.
Damit unterstreichst du auch die Wichtigkeit des Projekts und dies wird sich in jedem Fall positiv auf die Qualität der Beiträge auswirken.

• Kommunizier über den Fortschritt/Erfolg des Blogs. Wie viele haben im letzten Monat auf den Blog geklickt? Welche Beiträge waren besonders erfolgreich und was könnte der Grund dafür sein?

• Hab ein waches Auge auf deine Mitarbeiter. Ist irgendjemand derzeit nicht ausgelastet? Sehnt sich jemand nach anderen Aufgaben? Aber auch: Zeigt jemand eine überdurchschnittliche Kreativität und/oder sprachliche Begabung?

• Belohn das Engagement.

Also dann: Viel Spaß beim Bloggen!

PS: Für diesen Beitrag habe ich etwas mehr als 2 Stunden gebraucht. Darunter geht es kaum. Eigene
Inhalte zu erstellen braucht Zeit. Wer das weiß, hat schon viel gewonnen.

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