DSGVO: Facebook will 1,5 Mrd. User umziehen lassen, um möglicher Strafe zu entgehen

Ab 25. Mai gelten die neuen Datenschutzrichtlinien der EU. Umso näher diese Frist rückt, desto häufiger wird darüber berichtet. Auch die großen Online-Player, wie Google oder Facebook müssen sich in Europa an die neuen Regeln halten. Facebook hat außerdem noch mit dem größten Datenskandal seiner Geschichte zu kämpfen. Nun heißt es für Mark Zuckerberg Schadensbegrenzung. Der Social-Media-Riese will/muss zwar die Datenschutzbestimmungen befolgen, lässt nun jedoch 1,5 Mrd. User „umziehen“. Warum genau, das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Facebook ist neben Google eine der größten Plattformen für Online-Werbung. Das soziale Netzwerk weiß eine Menge über seine Nutzer, die quasi „freiwillig“ persönliche Daten liefern, indem sie den Nutzungsbedingungen zustimmen, ihre Profile mit Informationen über sich füttern und fleißig liken, teilen und posten. Vom Beruf über Interessen bis hin zum Verhalten – über Facebook ist ein sehr detailliertes Targeting für Kampagnen möglich. Während es in den USA bis heute vollkommen okay ist, diese Daten zu nutzen, schaut die EU hier schon länger mit einem strengeren Auge hin.

Ab 25. Mai ist Schluss mit Zuschauen, dann wird gehandelt. Wer die angepassten Datenschutzrichtlinien missachtet, muss mit empfindlichen Strafen bis zu 20 Mio. Euro bzw. bis zu 4% des weltweiten Umsatzes rechnen. Das zwingt wiederum Facebook, ebenfalls zu handeln.

Facebooks Reaktion auf die DSGVO

Es ist allseits bekannt, dass Facebook neben dem Headquarter in den USA noch eine internationale Zentrale im Steuerfreundlichen Dublin hat. Was viele nicht wissen: diesem Sitz sind nicht nur europäische Nutzer, sondern der ganzen Welt, mit Ausnahme der amerikanischen und kanadischen User, zugeordnet. Beim Inkrafttreten der Datenschutzrichtlinien müsste Facebook diese nicht nur für die 370 Mio. Nutzer in Europa einhalten. Betroffen wären neben Europa nämlich 1,5 Mrd. Menschen in Afrika, Asien, Australien und Lateinamerika.

Zwar verspricht Zuckerberg, dass Facebook sich weltweit an die Datenschutzrichtlinien der EU halten will, jedoch wäre die Strafe bei einem Verstoß milliardenschwer. Dieses Risiko will das größte soziale Netzwerk der Welt offenbar nicht eingehen, denn Mark Zuckerberg lässt 1,5 Mrd. Menschen zum amerikanischen Headquarter „umziehen“. Damit unterliegen diese nicht den strengen EU-Richtlinien, sondern den deutlich milderen der USA.

Facebook und der Datenschutz

Facebook will möglichen Strafen wegen Datenschutz-Verletzungen so klein wie möglich halten. Die Aussage Zuckerbergs, dass die Richtlinien weltweit eingehalten werden sollen und Datenschutz nach dem Skandal um die britische Firma Cambridge Analytica wieder ganz oben auf der Prioritätenliste steht, verliert durch diese Maßnahme natürlich an Glaubwürdigkeit. Warum sollte Facebook aus Angst vor Strafen den Großteil seiner User aus der DSGVO ziehen, wenn man sich nichts zu Schulden kommen lassen und seine User besser schützen will?

Wir werden das Thema auf jeden Fall im Auge behalten und darüber berichten.

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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