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E-Commerce-Entwicklung: Corona sorgt für weltweiten Boom im Onlinehandel

Spätestens jetzt, fast drei Monate nach Beginn des Corona-Lockdown in Deutschland, sollte jedem klar sein, dass die Corona-Krise das Einkaufsverhalten der Bevölkerung massiv gelenkt hat – und zwar ins Internet. Aber nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt konnte eine Branche (neben dem stationären Einzelhandel für Artikel des täglichen Bedarfs) zusätzliche Gewinne verzeichnen: E-Commerce. Der bereits boomende Onlinehandel hat durch die Krise nochmal einen extra Push bekommen. Die genauen Zahlen und wie die E-Commerce-Entwicklung nach Corona weitergehen könnte, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Online-Shopping: unser Daily Business

Die Tatsache, dass sich der Onlinehandel an steigender Beliebtheit erfreut und immer mehr Möglichkeiten bietet, ist nichts Neues – immerhin beläuft sich die Prognose für die Anzahl der E-Commerce-Nutzer in Deutschland im Jahr 2024 bereits auf 71,7 Millionen – also fast 100 % der Deutschen Bevölkerung! (Quelle: Statista) 

Dennoch gibt es wie in den meisten anderen Branchen starke regionale und saisonale Schwankungen, die den E-Commerce-Umsatz steigern oder eben beeinträchtigen – hierbei handelt es sich um ganz normale und vorhersehbare Entwicklungen. Das, was 2020 kommen sollte, konnte jedoch niemand vorhersehen – eine weltweite Pandemie, welche Läden zur Schließung zwingt und den E-Commerce-Umsatz für bestimmte Produktkategorien in einigen Ländern in einem Ausmaß steigen lässt, welches sich Shopbetreiber und Plattformen nicht im Geringsten hätten vorstellen können. Klingt nach einem Joke? Nope – Welcome to 2020

Veränderte Nachfrage im Februar und März

Noch vor Beginn des Lockdown in Deutschland und anderen Ländern stieg die E-Commerce-Nachfrage enorm. Auch nach Schließung aller “nicht notwendigen Geschäfte des täglichen Bedarfs” änderte sich daran nichts – während viele stationäre Händler während des Lockdown ums Überleben bangten, profitierte der Onlinehandel von den geschlossenen Geschäften. Aber auch jene Läden, die noch regulär öffnen durften, verzeichneten seit Ende Februar, spätestens seit Anfang März, online einen gewaltigen Boom – zum Beispiel die hauseigenen Lieferservices von Supermarkt- und Drogerieketten wie REWE oder DM. Lieferzeitfenster waren komplett ausgebucht, Abholung im Markt ebenfalls nicht mehr möglich. Weitere Ketten wie Fashion- oder Technik-Shops kämpften aufgrund steigender Nachfrage mit längeren Lieferzeiten. Eins hatten aber alle Shops gemeinsam: sie trugen in einigen Ländern mit ihrem verlässlichen Angebot zu einer Umsatzsteigerung im Bereich E-Commerce bei.

E-Commerce-Entwicklung im Vergleich: vor und während Corona

Interessant ist, wie viele Menschen in bestimmten Ländern tatsächlich ihr Online-Einkaufsverhalten dem Virus angepasst und wie viele gewohnt weitergemacht oder ihr Online-Shopping sogar verringert haben. Die niederländische, auf E-Commerce-Entwicklung spezialisierte Wissensplattform AfterPay befragte dazu im Zeitraum von Ende März bis Ende April E-Commerce-Verbraucher in Deutschland, Norwegen und den Niederlanden. Allein in Deutschland gaben 25 % der Befragten an, mehr Online-Käufe zu tätigen als vor dem Ausbruch der Pandemie. 58 % änderten wiederum nichts an ihrem Einkaufsverhalten, 17 % shoppten sogar weniger als vor der Krise. In den Niederlanden zeigen sich ähnliche Resultate. 

Quelle: AfterPay / Befragung Deutschland

Als Hauptgründe für vermehrte Online-Käufe gaben die deutschen Befragten die geschlossenen Geschäfte und die Intention, Menschenansammlungen zu vermeiden, an.

Quelle: AfterPay / Befragung Deutschland

In Norwegen wiederum erhöhten nur 16 % ihr Einkaufsverhalten im Onlinehandel und gaben als Hauptgrund an, dass der Online-Kauf einfach praktischer und sowieso schon normal sei – unabhängig von Corona (Quelle: AfterPay).

Quelle: AfterPay / Befragung Norwegen

Wie oben schon angedeutet, sind in Deutschland vor allem Lieferdienste von großen deutschen Supermarktketten wie getnow, myTime oder der REWE Lieferservice die Gewinner der Krise – hier erfolgte eine Nutzungssteigerung von 104 % (Quelle: AfterPay). Ein weiterer Erfolgsgarant während der Isolationszeit war der Verkauf von Hardware – die deutsche Bevölkerung rüstete sich zwischen März und April mit allerlei technischen Gadgets aus – und ermöglichte der entsprechenden Online-Sparte eine Steigerung um satte 75 % (Quelle: AfterPay). In den Niederlanden sind ebenfalls Food und Hardware jene Produktkategorien, die die höchste Steigerung im E-Commerce verzeichnen konnten – wenn auch nicht so viel wie in Deutschland: bei Lebensmitteln lag die Steigerung lediglich bei 55 % im Vergleich zu vor der Pandemie, bei Hardware bei 54 %

Quelle: AfterPay / Befragung Deutschland

In Norwegen waren ebenfalls Lebensmittel aus Online-Supermärkten der Spitzenreiter im E-Commerce – dicht gefolgt von fertig zubereiteten Speisen von Lieferdiensten. Am dritthäufigsten wurde in dem skandinavischen Land Spielzeug online geshoppt: und zwar mit einer Steigerung von 82 % sogar achtmal so viel wie in Deutschland!

Quelle: AfterPay / Befragung Norwegen

Utopische E-Commerce-Entwicklung in den USA

Nach und nach werden die Ausmaße des Online-Verbraucherverhaltens während COVID-19 deutlich: vor allem in den USA schossen die E-Commerce-Umsätze rasant in die Höhe, wie Zahlen der Bank of America und dem US-amerikanischen Handelsministerium in Kooperation mit Marktforschungsinstituten belegen. Demnach gab es allein von Januar bis April diesen Jahres im Onlinehandel schon eine Umsatzsteigerung von 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Klingt erstmal viel, aber nicht SO spektakulär? Check this: Für eine Umsatzsteigerung von 10 % im US-amerikanischen Versandhandel hat es davor 10 (!!!) Jahre gedauert. Von 2009 bis 2019 wuchs der E-Commerce-Umsatz pro Jahr nämlich immer “nur” um ca. ein Prozent. Also handelt es sich bei den 11 % dieses Jahr auf jeden Fall um einen spektakulären Fortschritt. Der Vergleich dieser Zahlen hilft, sich die Dimensionen des Konsumverhaltens während der Corona-Pandemie bewusst zu machen. 

Quelle: Bank of America, US-Handelsministerium

Wo Gewinner sind, sind auch Verlierer

Vor allem US-Gigant und Marktführer Amazon ist seit Jahresbeginn um einige Milliarden schwerer geworden und damit ein Beispiel für einen klaren Gewinner innerhalb der Krise. Doch nicht alle E-Commerce-Anbieter konnten sich über hohe Umsätze freuen: in Deutschland stürzten gerade Online-Buchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flug- bzw. Bus- und Bahntickets laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (BEVH) allein im März um mehr als 75 % im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Im gesamten 1. Quartal 2020 erzielten sie 13,4 % weniger E-Commerce-Umsatz als 2019.

Wie könnte es weitergehen?

Nun, das ist eine gute Frage – verlässliche Prognosen lassen sich gerade kaum treffen. Es lässt sich Folgendes feststellen: in Deutschland sind wieder nahezu alle Geschäfte geöffnet und manche E-Commerce-Händler wurden seit dem Abflachen des Lockdown und der Infektionszahlen mittlerweile etwas entlastet – so werben zum Beispiel REWE und getnow nun regelrecht mit freien Lieferzeitfenstern. Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass die E-Commerce-Entwicklung weiterhin auf einem hohen Level bleibt, denn auch unabhängig von Corona boomt die Sparte – im Rekordjahr 2019 hat der deutsche Onlinehandel schließlich 72,6 Milliarden Euro umgesetzt (Quelle: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel).

Nichtsdestotrotz deutet vieles darauf hin, dass die wirtschaftliche Rezession erst am Anfang steht und auch die E-Commerce-Branche trotz guter Umsätze in Produktkategorien wie Hardware, Food und Interior (siehe o.g. Statistiken) davon nicht verschont bleibt. Natürlich ist die positive E-Commerce-Entwicklung ein absoluter Erfolg in dieser von Verlusten geprägten Zeit – es ist aber dennoch wahrscheinlich, dass viele Onlinehändler dieses Jahr trotzdem mit Vorjahresniveau (was angesichts der Rezession ein voller Erfolg wäre) oder einem Minus (so wie etliche Unternehmen anderer Branchen) abschließen werden. Denn trotz der beeindruckenden Zahlen aus Ländern wie den USA darf nicht vergessen werden, dass viele Onlineshops von externen Dienstleistern abhängig sind und der Wegfall wichtiger Lieferanten oder gestrichene Werbebudgets ihr Übriges getan haben.
Zudem weiß niemand sicher, ob es eine zweite COVID-19-Infektionswelle geben wird und wie diese sich dann auf das Konsumverhalten der Verbraucher, deren finanzielle Mittel und externe Dienstleister auswirkt. 

Mit diesen Maßnahmen pusht ihr euren Onlinehandel

Wenn ihr selbst im E-Commerce tätig seid und eure Conversion-Rate optimieren wollt, um gute Umsätze zu erzielen, gibt es viele Maßnahmen, die ihr einleiten könnt, um euren Online-Handel voranzutreiben. Ihr könnt mit zielführender SEO oder dem Schalten von Google Ads oder Social Ads Einiges erreichen. Alternativ könnt ihr euch auch von aktuellen Gegebenheiten leiten lassen und neue Produkte anbieten, die stark gefragt sind – ähnlich wie ABOUT YOU und andere E-Commerce-Anbieter, die begonnen haben, Masken zu verkaufen. Auch euren Content solltet ihr dahingehend regelmäßig optimieren und aktualisieren. So helfen euren Kunden zum Beispiel FAQs auf eurer Website oder Infos über Produktneuheiten. 

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