Google AdWords vs. Bing Ads – David gegen Goliath: Was für wen?

Dass man online über Google AdWords werben kann, brauchen wir euch wohl nicht zu erklären. Das gehört mittlerweile zum daily business, jedoch wird ein anderer, deutlich kleinerer Anbieter bei der Online-Werbung meist vernachlässigt. Bing Ads. Zwar ist der Marktanteil und damit auch die Reichweite der Suchmaschine kleiner als bei Google, jedoch geht es ja vor allem darum, die Zielgruppe, also die richtigen User zu erreichen. Stefanie Schilasky, Head of Growth bei Coup Mobilitiy, sprach auf der SMX 2017 in München über genau dieses Thema. Wir zeigen euch in diesem Beitrag die Vorteile von Bing Ads und wen ihr damit erreicht.

Zahlen & Fakten

Bevor wir euch verraten, wer Bing als Werbenetzwerk nutzen sollte, zeigen wir euch den direkten Vergleich von Google AdWords und Bing Ads. Stefanie Schilasky lieferte in ihrer Session einige interessante Zahlen und Fakten.

So geben Bing Nutzer durchschnittlich 44% mehr beim Online Shopping aus, als Google Nutzer. Außerdem erhöhte sich die Anzahl der Nutzer in den vergangenen Jahren stetig, was zum einen damit zusammenhängt, dass 69,63% der Deutschen mit Windows arbeiten und Bing hier als Standartsuchmaschine installiert ist.

Dennoch nutzen nur 12,2% der Deutschen die Suchmaschine, während 86,3% auf Google vertrauen. Das ist nicht nur in Deutschland so. Weltweit sehen die Nutzeranteile ähnlich aus (Bing: 12,7%; Google: 80,7%). Dieses Verhältnis ist schnell erklärt: Google ist überall! 35,71% aller deutschen User verwenden Google Chrome als Browser. Firefox kommt immerhin noch auf 25,32%. Auf Platz 3 folgt der Apple-Browser Safari mit 15,75% und erst auf Platz 4 Microsoft Edge (ehemals Internet Explorer) abgeschlagen mit 9,17%.

Browser

Google Chrome ist mit Abstand der meitgenutzte Browser in Deutschlnad. / Screenshot: Stefanie Schilasky

Vor allem bei der mobilen Nutzung hat Google klar die Nase vorn. Android ist das am meisten genutzte Betriebssystem bei Smartphones. Ganze 96,81% verwenden daher Google als mobilen Helfer. Bing kommt hier nur auf 2,34%. Wann habt ihr zuletzt jemanden gesehen, der sich die Bing App installiert hat?

Auf dem Desktop liegt Bing noch bei 13,7%, Google ist jedoch auch hier Marktführer und kommt auf 85,91%. Da die mobile Nutzung des Internets stetig steigt (+89% im Vergleich zu 2016) und mittlerweile mehr als die Hälfte aller Suchanfragen von mobilen Geräten kommt, spricht momentan alles für Google.

Alles? Klingt so, als könnten Unternehmen großzügig auf Werbung über Bing verzichten und sich voll und ganz auf den Marktführer konzentrieren. Einige Fakten sprechen jedoch auch für Bing.

Bing Ads kosten weniger

Ein Argument für Bing als Werbeplattform ist der weitaus niedrige Cost-per-Click (CPC). Stefanie Schilasky nannte auch hier einige interessante Zahlen. Beim Online Shopping liegt der durchschnittliche CPC bei mobilen Ads auf Bing bei 0,15 Euro. Bei Google bezahlt man da schon mal fast das Doppelte (0,29 Euro). Auch bei Desktop-Anzeigen ist der Unterschied nicht zu verachten: Bing: 0,23 Euro; Google: 0,31 Euro.

In den Rubriken Reisen und Versicherung und Finanzen sieht es ähnlich aus. Am deutlichsten ist der Unterschied in der Kategorie Auto zu sehen. 48% der Autokäufer finden über Bing Ads neue Brands, Produkte und Services. Bei Google sind es nur 29%

Bing User geben mehr aus

Das zweite Argument sind sicherlich die User von Bing, die im Durchschnitt bereit sind, mehr Geld auszugeben. Der typische Bing-User ist männlich oder weiblich, zwischen 35 und 54 Jahre alt und beziehen ein mittleres bis hohes Einkommen. 23% der deutschen Bing Online-Shopper sind sogar in der Top 25% Einkommensklasse, während sich der Anteil bei Google „nur“ auf 19% beläuft.

Bing User

Bing User sind meist in einer hohen Einkommensklasse. Sie geben tendenziell mehr beim Online-Shopping aus, als Google Nutzer. / Screenshot: Stefanie Schilasky

Fazit

Bing Ads sind keine echte Alternative zu Google AdWords, denn dafür ist der Abstand zwischen den beiden Anbietern viel zu hoch. Google ist und bleibt vorerst DAS Online-Anzeigen Netzwerk. Dennoch können Bing Ads eine gute Ergänzung sein, um neue Zielgruppen zu erreichen und den Umsatz zu steigern.

Durch den niedrigen CPC lohnt sich ein Test umso mehr. Insgesamt kann man sagen, dass Bing Nutzer mindestens ein mittleres Einkommen haben und besonders hohen Wert auf Qualitätsprodukte legen. Bietet ihr also eher Qualität statt Quantität an, sollte man die kleine Suchmaschine nicht ignorieren und zumindest einen Test wagen.

Wichtig hierbei: das Alter der Zielgruppe beginnt bei 35 Jahren. Produkte für jüngere Kunden haben es eher schwer. Bei der Branche bietet sich vor allem B2B-Vertrieb an, denn die meisten Unternehmen arbeiten mit Windows als Betriebssystem und können auf ihrem Bürocomputer die Suchmaschine meist nicht ändern. Das bedeutet, diese User nutzen Bing auf jeden Fall und werden mit Google AdWords gar nicht erst erreicht.

Mit dynamischen Anzeigen und der richtigen Zielgruppe kann sich Online-Werbung auf Bing also lohnen. Wie das funktioniert, erklären wir euch ebenfalls hier im Blog. Wenn ihr Hilfe bei der Erstellung von Kampagnen auf Bing benötigt, stehen wir euch natürlich auch gerne zur Seite.

 

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