Wie ihr mit Google Analyitcs auch Offline-Kampagnen tracken könnt

Google Analytics gehört für die meisten Unternehmen klar zu den Standard Tools, um herauszufinden, welche Produkte sich am besten verkaufen oder welche Landingpages bzw. Produktseiten am meisten Traffic bekommen. Nur Wenige nutzen allerdings das gesamte Potenzial des Tools. Wusstest ihr, dass ihr mit Google Analyitcs auch Print-Kampagnen tracken könnt? In diesem Blogbeitrag zeigen wir euch 3 Möglichkeiten, wie ihr messen könnt, wie viele User über eine Print-Kampagne auf eure Website gekommen sind.

Klar, online ist unverzichtbar geworden, um Umsatz zu generieren und diesen stetig zu steigern. Aber auch das Offline-Geschäft ist, insbesondere für Unternehmen, die auch Filialen besitzen, sehr wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Der große Vorteil vom digitalen Angebot ist, neben der Bequemlichkeit für User, die Messbarkeit der Marketing-Maßnahmen. Bei Print-Kampagnen ist meist nicht eindeutig klar, ob sie erfolgreich waren, denn wer weiß schon, wie viele User denn tatsächlich aufgrund der Zeitungsanzeige oder der Plakatwerbung konvertiert oder den Online-Shop besucht haben?

Die Antwort lautet: Google Analytics – wenn ihr es richtig anstellt. Wir beginnen mit der wohl am einfachsten umsetzbaren Methode, wie ihr User, die über Offline-Kampagnen auf eure Website kommen, tracken könnt.

Kampagnen gebundene Rabattcodes

Rabatte sind nicht nur ein probates Mittel, um mehr Traffic zu erzeugen und die Conversionrate zu erhöhen. Werden die dazugehörigen Rabattcodes, die der User beim Bestellvorgang eingeben muss, an eine bestimmte Kampagne gebunden, so lassen sie euch im Anschluss auf einfache Art und Weise bei Google Analytics nachvollziehen, welcher Kunde, über welche Kampagne kam.

Ein Beispiel: Ihr wollt die Restbestände einer Schuhkollektion loswerden, denn die neue trifft bald ein. Ihr startet also eine Plakat-Kampagne und gleichzeitig läuft das Angebot auch über Google AdWords, also online. Wenn ihr für die Plakat-Kampagne nun den Rabattcode NIKE10 verwendet und über AdWords eine andere Version des Codes (z.B. NIKE30) verbreitet, dann könnt ihr mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit sagen, welche der User, die auch gekauft haben, über die Print und welche über AdWords auf die Aktion gestoßen sind.

Hier zeigt sich jedoch auch der Nachteil dieser Methode. Zwar ist sie mit relativ überschaubaren Mitteln umsetzbar, jedoch habt ihr nur detaillierte Informationen über User, die auch konvertiert haben. Wenn der User nicht konvertiert, und somit „nur“ als Traffic gesehen wird, dann wisst ihr nicht, über welche Kampagne er zu euch gekommen ist. In unserem Beispiel handelt es sich um einen Ausverkauf. Es kann also gut sein, dass die Schuhgröße des Users nicht mehr verfügbar war, als er euren Shop besucht hat.

Vielleicht interessieren euch hier nur die User, die auch konvertieren. Dann ist die Methode sicherlich ideal, denn sie ist schnell umsetzbar. Es geht aber eben auch genauer.

Tipp: Achtet aber darauf, dass manche Websites den einzigen Sinn haben, solche Rabatt-Codes zu sammeln und so euer Ergebnis verfälschen könnten. Sammelportale, wie gutscheine.de oder gutscheinrabatt.de suchen überall nach aktuellen Angeboten und User könnten natürlich auch hierüber auf euer Angebot stoßen. Hier müsst ihr in Google Analytics genau filtern, wer das Angebot von welcher Quelle aus wahrgenommen hat und könnt euch nicht darauf verlassen, dass alle eure Print-Kampagne gesehen haben.

Landingpage für Print-Kampagne

Wenn ihr nicht nur Augen für den Abverkauf habt und euch beispielsweise interessiert, wie viel Traffic ihr mit einer Kampagne erzielt, dann bietet es sich an, eine eigene Landingpage dafür zu basteln. Soweit, so online.

Um Offline-Kampagnen zu tracken bietet sich diese Alternative jedoch ebenso an. Wir bleiben bei unserem Schuhmodell, das ihr loswerden wollt. Sagen wir, ihr lasst Flyer mit eurem Angebot drucken. Dann gebt ihr dort die URL an, auf der der Nutzer das Angebot findet. Was ist ist aber, wenn die URL und damit die verbundene Landingpage nur auf dem Flyer, also auch nur offline gefunden werden kann?

Dann seht ihr ebenfalls genau, wer über die Offline-Kampagne auf eure Seite gekommen ist. Dazu müsst ihr die Landingpage jedoch unbedingt auf <noindex> setzen, denn sonst wird sie unter Umständen auch von Usern über Google, Bing o.ä. gefunden.

Auch auf interne Links oder Canonicals solltet ihr verzichten, um sicherzugehen, dass niemand sonst die Seite findet. Ihr schließt also alle anderen Quellen kategorisch aus und wisst so, dass die User über eure Flyer zu euch gekommen sind.

In Google Analytics findet ihr eure Messwerte ganz einfach unter Verhalten > Websitecontent > Zielseiten.

Nun läuft eine Werbekampagne meist über mehrere Kanäle gleichzeitig. Lasst ihr das Angebot also auf Plakaten, in Zeitungen, über AdWords und vielleicht auch noch Facebook laufen, dann müsstet ihr natürlich für jeden Kanal eine eigene Landingpage bauen, um die verschiedenen Quellen wirklich separat voneinander ausfindig zu machen.

Um wirklich zielgenau und übersichtlich Messwerte mehrerer Kanäle zu erhalten, empfehlen wir euch unsere dritte Variante.

Offline Tracking

So könnte eine geshortete URL aussehen anschließend trackbar ist, da die Original-URL UTM-Parameter besitzt. / Screenshot

Offline-Tracking mit UTM-Parametern und gekürzten URLs

Wenn ihr eure URL mit verschiedenen UTM-Parametern ausstattet, könnt ihr anschließend genau nachvollziehen, wieviele User über welche Quelle auf eurer Website gelandet sind und die Werte miteinander vergleichen. Ihr seht, wie viel Traffic über jeden Kanal generiert wurde und wie viele User über welche Kampagne konvertiert haben.

Wie funktionieren UTM-Parameter?

Die UTM-Parameter erstellt ihr selbst und hängt sie an die URL der entsprechenden Landingpage an. Das Ganze sieht dann in etwa so aus:

https://www.effektiv.com/leistungen?utm_source=offline&utm_medium=plakataktion_hannover_stuttgart&utm_campaign=plakataktion_2018

In diesem Beispiel haben wir die drei wichtigsten und gängigsten UTM-Parameter für euch aufgelistet: source (Quelle), medium (z.B. Zeitschrift oder auch Display Anzeigen) und campaign (Art des Angebots). Alle Drei werden von euch so benannt, dass ihr sie später in Google Analytics wiederfindet und mit anderen Quellen, Medien oder Kampagnen vergleichen könnt. Ihr solltet euch also ein Schema überlegen, das von jedem im Team für jede Kampagne angewendet wird.

Es gibt neben diesen drei noch weitere UTM-Parameter. Wir haben hier für euch alle ausführlich zusammen gepackt:

  •  utm_source: Hier tragt ihr den Werbetreibenden, die Website oder die jeweilige Publikation mit Namen ein, die durch die Kampagne Traffic an eure Website liefert –> Beispiel: „adwords“ oder auch „facebook“
  • utm_medium: Dort solltet ihr das allgemeine Medium nennen, über die die Kampagne läuft –> Beispiel: „email“ oder „print“
  • utm_campaign: Unter diesem Parameter steht dann eure Aktion oder Angebot –> Beispiel: „recruiting2018“ oder „osteraktion2019“
  • utm_term: Das betrifft Keywords für die bezahlte Suche. Bei manueller Einrichtung des Trackings bezahlter Keyword-Werbeanzeigen wird „utm_term“ verwendet, um das Keyword oder die Keyword-Gruppe identifizieren zu können.
  • utm_content: Meist gibt es auf einer klassischen Landingpage nur eine Call-to-action, das heißt die User können eigentlich nur klicken oder wieder gehen. Falls das nicht der Fall ist und es zwei verwschiedene CTAs,  könnt ihr „utm_content“ verwenden, um unterschiedliche Werte für die beiden Links anzugeben. Dadurch lässt sich in Analytics feststellen, welcher Link häufiger angeklickt wurde.

Erstellt eine kurze und griffige URL

Nun wisst ihr, wie ihr die Besucher, die über die Print Kampagne auf eure Seite kamen in Google Analyitcs findet. Allerdings ist die URL mit UTM-Parametern recht lang und alles andere als leicht zu merken. Genau diese Aufgabe sollte die URL jedoch erfüllen, denn schließlich verlangt ihr von Offline-Kunden, dass sie diese URL in ihr Smartphone oder vielleicht sogar später zuhause auf ihrem Desktop in ihren Browser eingeben.

Eure URL auf den Plakaten, Flyern, Magazinen oder öffentlichen Aushängen sollte also kurz und leicht zu merken sein. Hier kommen die URL-Shortener ins Spiel. Mit ihnen könnt ihr eure ewig lange URL kürzen. Das funktioniert natürlich auch mit UTM-Parametern, denn die gekürzte URL leitet automatisch auf eure vorher erstelle lange URL weiter.

Dabei könnt ihr auf die gängigen Gratis-URL-Shortener, wie goo.gl  oder auch bit.ly zurückgreifen oder ihr bastelt euch einen eigenen. Das hat den Vorteil, dass ihr natürlich eure Brand oder auch das Angebot irgendwie in der URL unterbringen könnt. Allerdings könnt ihr bei einigen Shortenern auch jetzt schon Anpassungen an der URL vornehmen.

Ziel ist, dass eure URL deutlich kürzer ist, als das Original mit UTM-Parametern. Shortet ihr eure URL mit Google, dann sieht das erstmal so aus: https://goo.gl/acr2Y4

Diese ist zwar deutlich kürzer, als unsere Beispiel-URL, aber wer soll sich das bitte merken, geschweige denn in sei Smartphone eintippen? Vermutlich niemand. Deswegen sieht das eigentliche Ziel eher so aus: effektiv.com/summer18.

Statt einer URL könnt ihr natürlich auch alles in einem QR-Code verbauen.

URL-Shortener sind denkbar einfach aufgebaut. Wer einen Account bei bit.ly anlegt, der kann seine gekürzten URLs sogar anpassen. / Screenshot

Fazit: Offline-Kampagnen sind online trackbar

Wie ihr seht, könnt ihr mit ein paar Tricks auch den Erfolg eurer Print-Kampagnen messen. Dabei müsst ihr euch nicht zwangsläufig für eine der drei Varianten entscheiden. Wir empfehlen, auf jeden Fall UTM-Parameter zu nutzen, um die Kanäle und Kampagnen in Google Analytics unterscheiden und vergleichen zu können. Landingpages könnt ihr natürlich trotzdem bauen. Auch ein Rabatt-Code kann mit den Variante kombiniert werden.

Braucht ihr Hilfe bei der strategischen oder technischen Umsetzung? Dann seid ihr bei uns goldrichtig. 

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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