OMG! – Google Bulletin: Das Social News Network

Google und Social Media – das ist ja bisher keine wirklich erfolgreiche Kombination. Mit Google+ hatte der Suchmaschinenriese bereits seit 2011 versucht, auch im Bereich Social Media mitzuspielen. Jetzt startet Google einen Neuanfang und testet mit Google Bulletin ein neues soziales Netzwerk mit Fokus auf lokale News. Was das Netzwerk kann und warum nun gerade diese Idee den lang ersehnten Erfolg bringen soll, verraten wir euch in diesem Beitrag.

Bekanntlich gleicht Google+ jedoch eher einer Wüstenlandschaft, als einer blühenden Community geschweige dem einem wichtigen Kanal für Unternehmen. So richtig hat sich das Netzwerk eben nicht durchgesetzt.

Google Bulletin – Fokus auf lokale News

Social News Network – so nennt Google sein neuestes Projekt in Sachen Social Media und zielt damit ganz klar auf lokale News News ab. Google Bulletin könnt ihr euch also statt als einem großen, als viele kleine, lokale Netzwerke vorstellen. So soll jede Stadt oder Region sein eigenes Bulletin, also quasi “schwarzes Brett” bekommen, auf das nur User Zugriff haben, die sich auch in der jeweiligen Stadt befinden.

Momentan wird das schon in den US-amerikanischen Städten Nashville und Oakland getestet. Dort können sich die Bewohner für die Preview-Phase anmelden. Aufgebaut ist das Netzwerk im Grunde genauso, wie andere Social Networks. Es können in Form von Posts Bilder, Nachrichten, Links oder Videos unter die Leute gebracht werden.

Was unterscheidet Bulletin von Mitbewerbern, wie Facebook?

Neben der lokalen Ausrichtung verspricht sich Google Erfolg durch die Integration der bekannten und gut genutzten Google-Produkte, wie die Websuche, Google News oder auch anderen sozialen Netzwerken. Außerdem müssen sich User nicht anmelden oder extra einen Account anlegen. Wie schon bei Google+, ist quasi jeder, der einen Google-Account hat, automatisch auch bei Bulletin angemeldet.

Durch die gesammelten Daten, kann der Internet-Riese jede Person identifizieren und sie dem richtigen Bulletin zuordnen – so jedenfalls die Theorie. In der Praxis könnte somit aber auch der Weg für Spam frei gemacht werden. Wie damit umgegangen wird, hat Google nämlich noch nicht verlauten lassen.

Außerdem wird Bulletin, auch wenn es im lokalen und damit deutlich kleinerem Rahmen agiert, eine Art Moderation oder eine gewisse Kontrolle benötigen. Man denke nur an die massiven Probleme von Konkurrent Facebook mit Fake News und Hatespeech.

Google Bulletin

So sieht Google Bulletin in der Preview-Phase auf dem Smartphone aus. / Quelle: Google

Gerade lokale Themen kochen sehr schnell hoch, weil sich die User schneller betroffen fühlen, da alles, was dort gepostet wird, in ihrer unmittelbaren Nähe geschieht. Das macht das neue Netzwerk jedoch auch wiederum interessant für Journalisten oder auch ortsansässige Unternehmen, die auf Laufkundschaft abzielen. Plötzlich wirbt dort nämlich nicht mehr nur die große Supermarktkette, sondern die Filiale um die Ecke und teilt relevante Informationen für die gesamte Umgebung.

Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass lokale Netzwerke den Usern nicht so anonym erscheinen, was Nutzer auch zumindest von Beleidigungen und Fake News abhalten könnte. Das funktioniert jedoch nur in Bulletins kleinerer Städte, in denen jeder jeden über ein paar Ecken kennt.

In einem Bulletin für Berlin wäre der Grad der Anonymität für viele wahrscheinlich wieder ausreichend, um ohne Rücksicht auf Verluste zu posten.

Und was macht Facebook?

Auch Erzrivale Facebook reagierte mittlerweile in Form eines Posts von Mark Zuckerberg höchstpersönlich. Er verriet, dass auch Facebook künftig vor allem auf lokale Nachrichten setze.

Zuckerberg hatte gleich zu Beginn des Jahres angekündigt, dass sein Ziel für 2018 ganz klar die Verbesserung von Facebook ist. Der erste Schritt wurde bereits getan, denn der Algorithmus wurde so angepasst, dass Beiträge von persönlichen Kontakten und die Posts, mit denen meine Freunde interagiert haben, bevorzugt im Newsfeed angezeigt werden.

Zuckerberg will den Fokus außerdem auf lokale News legen.

“Lokale News helfen uns, die Probleme zu verstehen, die unsere Community direkt betreffen und daher relevant sind.”, so der Facebook-Gründer in seinem Post.

Sein Ansatz: Wer lokale Nachrichten liest, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er sich auch sozial engagiert. Wenn die Leute also Bescheid wissen, was in ihrer unmittelbaren Umgebung passiert, seien sie schneller dazu bereit zu helfen und etwas zu bewegen.

Ihr hört schon heraus, dass Facebook in etwa dasselbe vor hat, wie Google mit Bulletin. Im Gegensatz zu Google ist Facebook jedoch eine gestandene Plattform mit über 2 Mrd. Nutzern weltweit.

Außerdem sieht es so aus, als würde das Netzwerk von Mark Zuckerberg die Idee vom lokalen Fokus schneller umsetzen, denn das Algorithmus-Update wurde bereits angekündigt und wird derzeit umgesetzt, während sich Google Bulletin noch immer in der Testphase befindet.

Facebook startet mit dem Update in den USA und will es 2018 weltweit ausrollen. Nebenbei dürfte er damit zumindest die lokalen Publisher nach dem ersten Update wieder milde stimmen.

Fazit

Doch was wird aus Google Bulletin? Das bleibt die spannende, aber vorerst unbeantwortete Frage. Google will die endlosen Weiten von Social Media, also das, was Plattformen wie Facebook oder Instagram groß gemacht hat, auf das Lokale reduzieren. Wir erinnern uns zurück: auch Facebook hat mal als Netzwerk für Universitäten angefangen, bevor es zum weltweiten Erfolg wurde.

Da Google seine anderen Produkte integriert, werden die Beiträge gegebenenfalls auch in der Websuche, Google News oder auch Maps sichtbar sein. Damit hebelt Google die Grundidee wieder ein wenig auf, denn so bleiben die Themen nicht immer lokal. Andererseits würden Nutzer von der enormen Reichweite des Google-Universums profitieren.

Ob das als Argument für Google Bulletin ausreicht, bleibt abzuwarten. Wir behalten die Entwicklung für euch im Auge. Wenn es also Neuigkeiten gibt, erfahrt ihr sie als erstes bei OMG! in unserem YouTube Channel, auf unserer Facebookseite oder im Effektiv Blog.

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Zum Nachlesen gibt es das Thema natürlich auch nochmal von Google selbst: https://posts.google.com/bulletin/share

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