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Google Shopping wird kostenlos: Wie der Weltkonzern den Einzelhandel unterstützen will

Google nimmt eine bedeutende Änderung seiner Google-Shopping-Plattform vor. Produkte auf dem Online-Marktplatz zu listen und zu verkaufen, soll ab dem 27. April in den USA kostenlos sein. Angesichts der Herausforderungen, die die Corona-Pandemie weltweit mit sich bringt, treibt Google also seine Pläne voran, Händler*innen zu unterstützen, damit sie kostenlos Produkte über Google verkaufen können. Konkret soll dabei jedem geholfen werden, der eine Website betreibt oder ein Geschäft leitet.

„Was wir sehen, ist, dass es viele, viele Einzelhändler und kleine Unternehmen sind, die bereit sind, Kunden zu bedienen, aber noch keine großartige Möglichkeit haben, mit ihnen digital in Verbindung zu treten“, sagt Bill Ready, Google’s President of Commerce, in einem Interview mit The Verge. „Wir sind der Meinung, dass es dadurch viel mehr Käufer*innen hilft, das zu finden, was sie suchen, aber es trägt auch dazu bei, den Einzelhandel und kleine Unternehmen zu entlasten.”

Google soll schon seit längerer Zeit an diesem Vorhaben arbeiten. Die anhaltende Coronavirus-Pandemie drängte den Konzern jedoch dazu, diese Pläne zu beschleunigen. Die neue kostenlose Option für Google Shopping wird in den USA ab dem 27. April in Kraft treten und laut Google wird sie im Laufe der nächsten Monate weltweit ausgeweitet.

Quelle: blog.google

Kooperation mit PayPal und Shopify

Bestehende Kunden bei Google Shopping werden nun in der Lage sein, ihre vollständigen Bestände aufzulisten. Neue Nutzer können sich jetzt in den USA über das Merchant Center von Google kostenlos für eine Listung bewerben.

Als Teil der Bemühungen geht Google eine Partnerschaft mit PayPal ein, um mehr Händler schneller auf die Plattform zu bringen, indem sie ihre bestehenden Konten für die Annahme von Online-Zahlungen verknüpfen können. Google arbeitet auch mit E-Commerce-Bestandsverwaltungsunternehmen wie Shopify zusammen, um sicherzustellen, dass Unternehmen, die hauptsächlich über ihre eigenen Websites verkaufen, schnell zu Google Shopping übergehen können.

Screenshot: Google Shopping Ergebnis „Gartenmöbel“

Google Shopping, als integrierter Bestandteil der Suchmaschine des Unternehmens, gibt es seit fast zwei Jahrzehnten. In dieser Zeit hat sich der Dienst als ernstzunehmende Alternative zu Standard-E-Commerce-Giganten wie Amazon und den Websites traditioneller Plattformen wie Best Buy und Walmart entwickelt. Auf der Plattform können Unternehmen ihre direkten Website-Links auflisten, um ihre Produkte für Kunden besser auffindbar zu machen.

Nach Jahren der Abwanderung – Google Shopping wird Zuwachs verzeichnen

Seit 2012, als Google Shopping kostenpflichtig wurde, entschieden sich immer mehr Unternehmen gegen die Nutzung des Dienstes und wanderten zu Konkurrenten wie Amazon Marketplace oder eBay ab. 

Die gestrige (21. April) Ankündigung sollte Google Shopping jedoch zugänglicher machen, zu einer Zeit, in der Unternehmen auf der ganzen Welt gezwungen sind, Einzelhandelsgeschäfte zu schließen und alles online zu stellen. 

Nach Angaben des Handelsministeriums sind die Gesamtumsätze in den USA, einschließlich der Online- und Offline-Einzelhandelsumsätze sowie der Ausgaben für Lebensmittel und Getränke, im März um 8,7 Prozent zurückgegangen. Das ist der stärkste Rückgang in den fast 30 Jahren, in denen die Bundesregierung die Metrik verfolgt hat, berichtete die New York Times letzte Woche. 

Und auch hierzulande stehen unzählige kleine Unternehmen vor dem Bankrott. Mittlerweile dürfen Geschäfte in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen zwar wieder öffnen, die Frage ist jedoch, wie Kunden mit der jetzigen Situation umgehen. Möglich ist, dass sich Menschen wegen der Ansteckungsgefahr nur noch bedingt in Geschäfte trauen und den Online-Bestellweg bevorzugen. Die Option, die Google nun ermöglichen wird, unterstützt daher auch viele Händler*innen trotz Wiedereröffnung ihrer Läden. 

Bill Ready fügte hinzu: “Lösungen in dieser Krise werden weder schnell, noch einfach sein, aber wir hoffen, den Unternehmen eine gewisse Erleichterung zu verschaffen und den Grundstein für ein gesünderes Einzelhandels-Ökosystem in der Zukunft zu legen.” 

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