Google updatet Bildersuche und sorgt für Klickverluste

Kaum ist das Google-Update in der Bildersuche ausgerollt, sorgt es schon für ordentlich Gesprächsstoff. Während es für die meisten User nur ein neues Layout mit einer neuen Art der Bilderanzeige bedeutet, beobachten Marketer und SEO’s Auswirkungen auf die Zahlen im Hintergrund der Bilder, die von Google indexiert werden. Wir haben uns angeschaut, was Google genau verändert hat und was das mit Klickzahlen und der Optimierung der Website zu tun hat.

Wie immer hat Google das Update ausgerollt, ohne große Worte über den Grund dafür zu nennen. Im Zweifelsfall will der Internet-Riese mit seinen Updates immer das Nutzererlebnis verbessern. So ist in diesem Fall die Bildersuche übersichtlicher und etwas schöner geworden. Wer heute nach Bildern zu einem bestimmten Thema sucht und auf ein für ihn interessantes Bild klickt, wird nicht mehr auf die Website, auf der das Bild zu sehen ist geleitet, sondern bekommt erstmal eine vergrößerte Version direkt in der Bildersuche zu sehen. Rechts daneben werden ähnliche Bilder und drei Buttons („Seite besuchen“, „Bild ansehen“ und „Teilen“) angezeigt.

Wer sich knuffige Hundewelpen in der Google Bildersuche ansehen will, muss sich ab sofort nicht mehr durch mehrere Websites klicken, denn die Bilder werden zum Teil in Originalgröße angezeigt.

Wer sich knuffige Hundewelpen in der Google Bildersuche ansehen will, muss sich ab sofort nicht mehr durch mehrere Websites klicken, denn die Bilder werden zum Teil in Originalgröße angezeigt. / Screenshot

Nun stellt sich die Frage, warum man die Website denn überhaupt noch besuchen soll, wenn das gesuchte Bild doch sowieso schon in Originalgröße angezeigt wird. Damit sprengt Google die Grenzen einer Suchmaschine und verwandelt die Bildersuche in eine Art Bilder-App à la Pinterest oder Tumblr. Wer die Bildersuche bemüht, sucht vor allem eins: Bilder, und keinen zusätzlichen Web-Content. Damit ist die Suche für viele User auf dieser Ebene bereits abgeschlossen, ohne dass der User die Website besucht hat. Ergo: die Klickzahlen dürften bei einigen Websites spürbar einbrechen.

Googlebot wird klüger

Es gibt jedoch Beobachtungen, die einen anderen Trend feststellen. Uwe Tippmann von seo-united.de vermutet eine Übertragung der Daten der Bilder- auf die Domains der Websuche.

Was wenn Google, den gesammelten „click count“ oder die „Reputationspunkte“ aus der Bilder-Suche auf die Domains in der Websuche übertragen hat und zukünftig die Performance innerhalb der Bildersuche ohne diese historische Metrik misst. Sozusagen der Übertrag alter, bestehender Signale aus dem „alten, nun abgeschalteten System.

Er beobachtete bei Websites, die er betreut, einen Verlust von 500 Klicks pro Tag aus der Bildersuche. Danach stieg die Zahl der Klicks in der Websuche laut Google Search Console jedoch um einen verdächtig ähnlichen Wert an. Klar, dass hier ein Zusammenhang vermutet wird. Wenn dem tatsächlich so ist, so verliert der Ranking-Faktor „optimierte Bilder“ nach dem Update an Wert, denn Google schaut nun mehr auf das „Gesamtpaket“ der Website. Perfekt optimierte Bilder reichen also nicht mehr aus, um vom Googlebot hoch gerankt zu werden.

Es gibt Verlierer des Google-Updates

Der Effekt des Updates schlägt sich wie folgt nieder: Domains, die bislang bei der Bildersuche gut gefunden wurden, haben auf einen Ruck ein neues Rank-Level erreicht, vorausgesetzt, auch der Rest der Website wurde für Suchmaschinen optimiert. Domains, die hauptsächlich oder ausschließlich über die Bildersuche gefunden wurden, weil zwar die Bilder, aber eben der Rest des Contents nicht optimiert waren, haben ordentlich verloren.

Daraus folgt, dass sich Webmaster der Update-Verlierer nun ranhalten und den Rest ihres Webauftritts optimieren müssen, um weiterhin gut zu ranken. Der Googlebot erkennt mit jedem Update mehr Zusammenhänge zwischen einzelnen Rankingfaktoren und rechnet diese beim Crawlen mit ein (Machine Learning).

Es gibt also Handlungsbedarf für einige Websites, die sich bislang auf gut optimierte Bilder verlassen konnten und damit Reichweite, Klickzahlen und letztlich Conversions erzeugt haben. Sowohl eure Bilder, als auch der restliche Content eurer Website sollten für den User und Suchmaschinen optimiert werden, damit alle zufrieden sind.

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