Instagram 2015: Welche Bilder beeindrucken die Community?

In meiner täglichen Arbeit fällt mir immer wieder auf, dass viele deutsche (insbesondere mittelständische) Unternehmen auch im Jahr 2015 noch keinen Zugang zum Social Web gefunden haben. Zwar werden hier und da mal ein paar Facebook /Twitter/Google+- Postings veröffentlicht, die wirkliche Dynamik hinter den Posts wird aber nur selten wirklich verstanden. Insbesondere große Bildernetzwerke wie Instagram erschließen sich vielen Unternehmen bis dato nicht. In Sachen Kommunikation ist dies sicherlich ein großes Manko, denn die mobile Foto-App Instagram wächst zügig. Rund 300 Millionen Nutzer gibt es inzwischen weltweit, vor einem Jahr waren es noch etwas 200 Millionen. Damit hat Instagram sogar Twitter überholt. (Quelle: Statista.com)

Instagram: Visuelle Kommunikation ist kein Hexenwerk!

„Was sollen wir da denn für Fotos hochladen und warum?“. Mit dieser Frage werden Agenturen immer wieder konfrontiert, wenn es um Instagram geht und sie macht deutlich, dass es vielen Entscheidern an einem grundsätzlichen Verständnis für „visuelle Kommunikation“ fehlt. Aber genau wie die meisten anderen Disziplinen des Marketings, ist auch die visuelle Kommunikation – sprich, das Kommunizieren anhand von Bildern, Videos und sonstiger Kunst – kein Hexenwerk und prinzipiell für jeden erlernbar, der ein gewisses Maß an Kreativität und ein grundsätzliches Gefühl für Ästhetik mitbringt. Zusätzlich dazu kann es natürlich nie schaden, sich bzgl. aktueller Designtrends auf dem Laufenden zu halten und bereits privat auf Instagram unterwegs zu sein (Stichwort „Dynamik verstehen“).

In Sachen „Designtrends“ finden sich im Web zahlreiche Artikel, Webinars und Videos renommierter Marketingexperten die sich mit zeitgemäßer Bildersprache auseinandersetzen. Desto mehr man liest, hört und sieht, desto eher entwickelt sich ein Gefühl dafür, was die (meist junge) Community begeistern kann. Ich habe für Euch einige Trends des Jahres zusammengefasst und diese anhand aktueller Instagram Bilder veranschaulicht.

Instagram Designtrends 2015

1. Glitch Aesthetic: Gemäß Wikipedia ist “Glitch Art” die Ästhetische Darstellung von digitalen oder analogen Fehler, wie Artefakten und anderen „Bugs“. Für Instagram heißt das so viel wie „ladet alles hoch, was gut aussieht, auch – oder insbesondere dann – wenn es nach professionellen Vorgaben eigentlich kein sonderlich gutes Foto ist.“ Hier ein eigentlich von der Sonne überblendetes, aber trotzdem sehr authentisches, atmosphärisches Foto:

Sunny days are here to stay. High five @andremoniz for the hot shot!

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Eigentlich ein bisschen zu grün, aber unterem Fall natürlich extrem passend:

2. Point of View: Was den „Point of View“ angeht, sind der Kreativität in diesem Jahr keine Grenzen mehr gesetzt. Ihr könnt Euer Motiv von oben, von unten, von vorne, von hinten, von rechts, von links, von irgendwo und nirgendwo fotografieren. Egal – Hauptsache die Aufnahme ist möglichst spektakulär und sticht aus der Masse langweiliger (Selfie-Stangen-)-Aufnahmen hervor! Eingelocht:

3. Das Selfie: Auch wenn „das Selfie“ vielen ein Graus ist, zu Fotonetzwerken gehört es nun einmal dazu. Vor allem der jungen Generation macht es Spaß, sich in allen erdenklichen Lebenssituation selbst zu fotografieren – am besten mit Nerd-Brille und ein bisschen lustig. Für die eher Scheuen tut es auch ein Selfie der eigenen Füße. Und warum sollte man da nicht auch als Unternehmen mitmischen? Hier ein schönes Beispiel für alle Kaffeeliebhaber:

Someone who gets you. #goodthings#regram @monchan1211

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Und das erwähnte Fuß-Selfie:

Pumpkin. Pumpkin. Thanksgiving Blend. #GobbleGobble #FavoriteSocks

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4. Super Sensory: Macht Aufnahmen, die die Sinne ansprechen. Schmecken, Sehen, Fühlen, Riechen. Eure Fans und Follower müssen Euer Produkt durch das Foto spüren können (und bekommen ganz nebenbei einen neuen visuellen Eindruck von eigentlich alltäglichen Dingen). Schönes Beispiel hier:

5. The New Old: 50+ – Die sogenannten Best Ager sind für viele Unternehmen inzwischen längst eine der Top-Zielgruppen. Zu recht, denn sie treiben oft regelmäßig Sport, Reisen um die Welt, nehmen an kulturellen Veranstaltungen teil und legen großen Wert auf Qualitätsprodukte. In der Werbung wurden ältere Menschen bislang überwiegend nach alt hergebrachten Klischees dargestellt, die mit der Realität nur wenig zu tun hatten. In diesem Jahr steht nun aber alles im Zeichen der „neuen Alten“, was sich natürlich auch in der visuellen Kommunikation bemerkbar macht. Z.B. so:

By hippopigamus!!!!!!! Thanks Keirnan

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6. The Coming out of Brands: Bei Facebook können User seit dem letzten Jahr zwischen 60 verschiedenen Geschlechtern auswählen, die das Unternehmen gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband ausgearbeitet hat. Dazu zählen zum Beispiel die Bezeichnungen „androgyn“, „intersexuell“ oder „Femme“ sowie „Trans* Mann“ oder „Trans* Frau“. “ Auch Marken entdecken in diesem Jahr die Vielfältigkeit Ihrer Zielgruppe und wählen eine Bildersprache, die dieser Heterogenität gerecht wird.

Eric Drooker discusses love in New York City, and his cover of this week’s issue, on newyorker.com.

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7. Body 2.0: Immer weniger Menschen lassen sich von perfekten Modelkörpern wirklich beeindrucken. Was zählt ist Individualität und Authentizität. The girl/woman next door – nie war sie in der Werbung gefragter als heute. Unter den Hashtags #realbeautycampaign und #betterthanbarbie lassen sich einige Beispiele finden. Adé Perfektionismus!

Click the link in our bio to watch our short film Dove: Legacy. #FeelBeautifulFor

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Also dann, auf geht‘s: Weckt Emotionen, seid authentisch, sinnlich, kreativ und erweitert Euren Blickwinkel! Ladet das ganze bei Instagram hoch, sucht Euch passende Hashtags und schaut einfach mal, was passiert. Und falls Ihr Hilfe braucht, einfach melden.

Ernest nennt sich selbst gerne „geschäftsführender Praktikant“, was mehr als tief gestapelt ist, denn er hat Effektiv 2009 gegründet und ist maßgeblich für die Entwicklung und den Erfolg unserer Agentur verantwortlich. Neben Online-Marketing und den FC Bayern München schlägt sein Herz für lange Ausfahrten mit seinem Motorrad. Nicht schlecht für einen selbsternannten Praktikanten…

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