Instagram Hype: #samephotoeveryday

Kennt ihr diese Instagram Profile, die jeden Tag das gleiche Motiv posten und habt ihr euch auch gefragt, was das eigentlich soll? So ganz ernst nehmen kann man diese Instagram-Accounts auf Anhieb nicht. Doch hinter diesem Trend steckt eine ernst zu nehmende Marketingstrategie. Wie die aussieht und wie ihr eure Social Media Kanäle stärken könnt, verraten wir euch in diesem Beitrag.

Jeden Tag dasselbe Bild

Sie posten jeden Tag dasselbe Bild und trotzdem ernten sie täglich Follower um Follower. Manche haben bereits tausende Follower durch diese Methode generieren können. Minimalismus wird (wieder) großgeschrieben, könnte man meinen. Immer nur ein Foto – entweder von einer Frucht, ein bekanntes Gesicht wie das der Queen oder ein anderer alltäglicher Gegenstand. Für manche Instagramer ist das mittlerweile Programm.

Das Profil the.same.pic.of.will.smith ist nicht das einzige Profil auf Instagram, das sich nichts aus abwechslungsreichem Content macht. 141 identische Bilder von Will Smith werden von knapp 3000 Followern bestaunt. „I post the same picture of god himself, the fresh prince of bel air, and our savior, Will Smith, every day, unless for some reason I cannot“ – lautet die Beschreibung.

Captions sorgen für Unterhaltung

Wenn man sich die Profile und die Posts genauer anschaut, geht es gar nicht in erster Linie um das Bild oder das Thema. Es geht um die Captions, also die Bildunterschriften. Nur wenige dieser “Same photo every day”- Konten posten ausschließlich ein und dasselbe Bild, ohne Bildunterschrift. Nach unseren eigenen Recherchen beschriften die einen ihre Posts ganz simpel und minimalistisch mit “Tag 1, Tag 2, Tag 3 …”, die anderen ziehen besondere Zitate großer Persönlichkeiten wie Albert Einstein oder Aristoteles heran.

Der Nutzer hinter dem “samepictureofcrocs” -Profil stellt aktivierende Fragen. Mittlerweile verbucht dieser Account mehr als 40.000 Follower und das immer gleiche Bild eines roten CROC Schuhs erntet durchschnittlich knapp 1500 Likes. “The kids at school found out that I got a crocs acc, what do I do?” Auf diese Frage bekam er in kürzester Zeit 165 “Antworten”.

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Das ist wohl der berühmteste Croc-Schuh der Welt. Immerhin folgen „ihm“ knapp 40.000 Menschen.

Instagram wird durchflutet mit diversen, aufwendig geschossenen und bearbeiteten Bildern. Wieso nicht genau das Gegenteil versuchen? Die Follower sind, wie die Seiteninhaber, ebenfalls am minimalistischen Trend interessiert und finden die Ideen oder auch die z.T. beabsichtigt zusammenhanglosen Anmerkungen in den Captions witzig und unterhaltsam.

Duplicate Content: Ein Gag, der für Reichweite sorgt

Instagramer haben das monetäre Potenzial bereits schnell erkannt. Mit Kontinuität, einfallsreichen und unterhaltsamen Captions und einem leicht einprägsamen Bild, lassen sich auf scheinbar schnellem Wege Follower generieren. Aber was genau bringt die Reichweite? Was kann man mit ihr anfangen?

Das monetäre Potenzial sehen die Instagramer in sogenannten “Shoutouts”. Ein Shoutout ist ein einfaches und häufig effektives Mittel, um Werbung für andere Channels und Plattformen zu betreiben. Hierbei werden z.B. Freunde, Kollegen oder andere Profile innerhalb des Profils in Storys oder Captions erwähnt, eben namentlich genannt oder mit einem eigenen Hashtag erwähnt. So soll die Bekanntheit des Geshoutouteten gesteigert werden. Etwas vereinfachter formuliert, handelt es sich bei einem Shoutout um eine Empfehlung.

Shoutouts können sich jedoch als risikoreich für den eigenen Instagram-Account darstellen. Ähnlich wie bei Werbung kann ein Sättigungsgefühl bei den Follower eintreten, so dass diese nicht mehr am Kanal interessiert sind. Die User, die die “Same photo every day” -Konten betreiben, sind in diesem Gebiet teils schon Experten geworden. Sie kennen die Risiken, die Shoutouts mit sich bringen und verwenden diese mit Bedacht.

Haben die Kanäle eine große Reichweite erzielt und können auf einen größeren Abonnenten-Kreis zurückblicken, so liegt es auf der Hand, dass viele Instagramer für diese Shoutouts Geld verlangen.

So stärkt ihr eure Social Media Kanäle

Anhand des Trends lässt sich eines klar erkennen: vielseitiger und qualitativ hochwertiger Content ist nicht zwingend von Nöten, um auf Instagram erfolgreich zu sein.

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Maxim von K.I.Z. postet seit Juli 2017 immer das gleiche Bild, aufgenommen von Philipp Fröhlich (Fotograf)

Ein sehr gutes Beispiel ist die Seite von Maxim von K.I.Z. (@maxim_kaizett). Er postet zwar mittlerweile recht unregelmäßig, jedoch immer ein und das gleiche schwarz-weiße Bild von sich auf Instagram. Nur die Captions unterscheiden sich. Fotografiert wurde das Bild von Philipp “Gladsome” Fröhlich (@philipp_gladsome). Philipp Fröhlich ist ein bekannter Fotograf der Stars wie Matthias Schweighöfer, Klaas Heufer-Umlauf oder Friedrich Liechtenstein ablichtet. Woher wir das wissen?

Er wird beinahe in jedem Bild Maxim’s markiert. Maxim’s Seite hat etwas mehr als 77.000 Follower und eine hohe Engagement Rate. Seine Posts haben durchschnittlich 10.000 – 15.000 Likes und eine Vielzahl an Kommentaren. Logisch, dass die Followeranzahl des markierten Fotografen täglich wächst und wächst.

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Philipp „Gladsome“ Fröhlich profitiert aufgrund des Shoutouts (Erwähnung)

Neben gut gewählten Hashtags und regelmäßiger Interaktion könnt ihr eure Social Media Kanäle zusätzlich mit Partnerschaften stärken. Hierzu könnt ihr authentische Influencer heranziehen und Deals mit ihnen vereinbaren. Bevor ihr auf diese Weise durchstartet, müsst ihr euer Publikum definieren und die größten Influencer eurer Nische ausfindig machen. Dazu könnt ihr populäre Hashtags suchen. Instagram bietet euch automatisch dazu passende Tags an, die ebenfalls häufig in diesem Zusammenhang genutzt werden.

Hierfür solltet ihr euch am Anfang Zeit nehmen, um Influencer oder Branchenpartner zu identifizieren. Ist das erfolgt, schreibt ihr die User an und bittet sie, einen Shoutout für euer Profil zu starten. Die Story-Funktion ist besonders für Shoutouts sehr beliebt geworden.

Der große Vorteil an Shoutouts in den Storys ist folgender: Markiert dich eine Person namentlich in seiner Instagram Story, so bekommst du eine Benachrichtigung in den Direct-Messages. Die Erwähnung lässt sich also kontrollieren. Nun hast du die Möglichkeit, die Story ebenfalls in deiner eigenen Story zu teilen. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich, das neue Follower dazustoßen.

Sind es Seiten, die eine ähnliche Reichweite aufweisen wie eure eigene Seite, muss eine Kooperation nicht einmal Geld kosten. Manchmal reichen schon ein paar Markierungen oder Erwähnungen in den Storys oder Posts. Ist es euer Ziel, schneller an Reichweite zu kommen, solltet ihr euch Branchenpartner suchen, welche schon mehrere tausend Follower besitzen. Um von diesen Reichweiten zu profitieren, ist es allerdings wahrscheinlich, dass ihr ins Portemonnaie greifen müsst.

Fazit

Wir können also festhalten, dass manche Nutzer es tatsächlich geschafft haben, aus einem Gag heraus eine interessante Marketingstrategie zu entwickeln. Zum einen lassen sich schnell Follower generieren und zum anderen ist es gar möglich, Geld mit Shoutouts zu verdienen.

In einem unserer letzten Blogbeiträge haben wir euch bereits 5 Tipps präsentiert, wie ihr eure Reichweite auf Instagram steigern könnt. Shoutouts sind definitiv eine Methode, die ihr zusätzlich anwenden solltet, um euch eine größere Community aufzubauen. Ob Ihr nun Geld investieren wollt oder nicht – wichtig ist in erster Linie, dass ihr Influencer nicht willkürlich auswählt, sondern gründlich selektiert. “Fake-Influencer” gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Achtet bei der Auswahl also darauf, wie aktiv die Community des Influencers ist. Wenn ein Account beispielsweise 100.000 Follower aufweist, ein Post jedoch im Durchschnitt nur 3000 Likes und eine handvoll Kommentare mit sich bringt, wird eine Partnerschaft mit diesem Profil keinen Erfolg bringen.

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung der Duplicate Content Accounts. Was denkt ihr über diese Konten? Reine Zeitverschwendung oder vielleicht doch ein lustiger und zugleich ernstzunehmender Gag? Habt ihr bereits Shoutout-Partnerschaften abgeschlossen? Teilt eure Gedanken und Meinungen mit uns in den Kommentaren.

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