Interview mit MOZ-Gründer Rand Fishkin auf der SMX 2017

Auf der SMX 2017 in München haben wir nicht nur etliche Sessions besucht und Kollegen getroffen. Wir haben einigen von ihnen auch ein paar Fragen gestellt und gnadenlos mit der Kamera drauf gehalten. Den Anfang mach MOZ-Gründer und Keynote-Speaker Rand Fishkin. Uns hat er erzählt, welche Trends 2017 auf SEO’s zukommen, welche Rolle Voice Search spielen wird und warum schlechter Content trotzdem gut ranken kann.

Rand Fishkin stammt aus Seattle. Obwohl er schon ein paar mal auch in Deutschland gesprochen hat, halten sich seine Deutsch-Kenntnisse verständlicherweise in Grenzen. Für die, die sich dennoch dafür interessieren, was er zu sagen hat, haben wir das gesamte Interview noch einmal übersetzt. Ihr findet es unter dem Video.

Effektiv: Rand, schön, dass du hier bist.
Rand: Schön, dich zu sehen. Danke für die Einladung.

Meine erste Frage an dich ist recht allgemein: Was sollten SEO’s 2017 unbedingt auf dem Schirm haben?
Oha, da gibt es einige große Themen. Ich würde sagen, Voice Search ist ein großes Thema, über das wir dieses Jahr nachdenken sollten. Dann werde der Mobile-First Index und Progressive Web Apps wichtig für deinen mobilen Content, und wie dieser dein Desktop-Ranking beeinflusst.

Ich denke, ein anderen Trend sind die SERP-Features und wie Google Suchanfragen beantwortet. Das ist schon eine ganze Weile ein großes Thema, aber 2017 wird es besonders wichtig.

Außerdem sind da ein paar große Industrie-Trends. Einer davon ist die Balance zwischen Inhouse-Consulting und externen Agenturen. Ich finde, da gibt es eine immer engere und gesunde Beratung.

Ein weiterer Trend ist die wachsenden Suchanfragen außerhalb der klassischen Google-Suchmaschine. Google-Images und Youtube sind sehr groß, aber auch die Zahl der Suchanfragen bei Amazon steigt und auch bei einigen anderen, wie Pinterest.

Voice Search ist ein gutes Stichwort. Welche Rolle wird Voice Search für SEO’s spielen? Welche Veränderungen erwartest du im daily business?
Darüber habe ich auch in meiner Keynote gesprochen. Es gibt drei Dinge, in denen uns Voice Search begegnet: Zum einen fragen wir unser Smartphone, z.-B. nach einer Liste von Jeff-Goldblum-Filmen, statt alles einzutippen. Wenn Google mir anschließend die Suchergebnisse auf dem Display zeigt, ist das im Grunde keine große Veränderung zum Status Quo. Für einen SEO ändert sich hier nicht wirklich etwas.

Es gibt jedoch noch zwei Sachen, die ein bisschen angsteinflößender für SEO’s und Web-Marketers sind: Das erste ist Smart-Assistence. Wenn ich sage: „Google, ich möchte mir ein paar Hotels in Japan ansehen.“Google bietet mir dann ein paar Möglichkeiten an, jedoch nicht als Links zu mehreren Websites. Der Smart-Assistent gibt mir direkte antworten, die ich nirgends sehen kann. Das ist schon ein bisschen beängstigend.

Das, was einem wirklich Angst macht – bei dem ich zwar nicht denke, dass es so kommt, es aber dennoch passieren könnte – sind Voice-Answers. Das ist, wenn Google zu dir sagt: „Rand, basierend auf allem, was wir über dich wissen – und Google weiß absurd viel über mich – denken wir, dass diese drei Hotels in Japan dir gefallen werden. Welches willst du?“

In diesem Moment denke ich: „Oh mein Gott, Google hat alles über den Haufen geworfen und liefert gar keine klassischen Suchergebnisse in Form von Websites mehr, sondern nur noch personalisierte Antworten auf meine Fragen. Diese Antworten kannst du nirgends sehen, Google sagt dir nicht, woher es die Informationen über dich hat, um diese Antworten zu personalisieren, keine Website wird mehr mit einem Klick belohnt, es gibt keine Besuche mehr auf den Websites, …nichts. Das ist sehr beängstigend.

Okay, wir alle haben nun wirklich Angst.
Ich kreuze meine Finger, dass das nicht so eintrifft. Der Grund, warum ich mir darüber in diesem Moment noch keine zu großen Sorgen mache ist, dass ich nicht denke, dass Google noch weit davon entfernt ist, das leisten zu können. Ich denke, viele User wären zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zufrieden mit den gelieferten Antworten. Wenn wir beide z.b. eine Suchanfrage stellen, würden wir feststellen, dass die Suchergebnisse für ein paar Anfragen sicherlich schon gut genug sind. Solche Antworten finden wir schon jetzt in den Featured Snippets oder Instant Answers.

Ich sehe uns in der Lage zu fragen: „Hey, warum soll ich mich jetzt nur aus diesen drei Hotels entscheiden? Sind es wirklich nur diese drei, die zu meiner Anfrage passen? Lass’ mich doch bitte kurz noch etwas dazu bei Tripadvisor oder Expedia lesen.“ Ich habe nicht genug Vertrauen in Google – und ich denke, die meisten User auch nicht – um wirklich alles in die Hände von Google zu legen. Zumindest noch nicht jetzt.

Die nächste Frage dreht sich um Content. Es gibt sehr viel echt guten Content, der jedoch nicht gut rankt. Im Gegensatz dazu gibt es sehr viel schlechten Content, den niemand lesen will, der jedoch viel besser rankt. Warum? Wie geht das?
Das ist eine gute Frage. Ich denke, es gibt drei Arten von Content, die von Google gerankt werden. Als erstes gibt es Content, der gut rankt, obwohl er nicht wirklich lesenswert ist. Dieser Content hat jedoch vielleicht viele Links mit guter Qualität oder wird von anderen verlinkt.

Die zweite Content-Art macht nicht unbedingt Spaß zu lesen, aber liefert dem User die Antwort, die er braucht. Er bringt zwar nicht die beste Nutzererfahrung, liefert aber die gewünschte Antwort und erfüllt damit seinen Zweck.

Die dritte Art von Content ist zwar totaler Müll, aber er lebt vom guten Ruf der Domain. Denn diese erfüllt ihre Rankingfaktoren vielleicht sehr gut. Deswegen wird auch dieser schlechte Content gut gerankt. Ein gutes Beispiel dafür ist Wikipedia. Dort liest man öfter schlechte Artikel, die trotzdem gut ranken, weil die Domain im Ganzen als gut anerkannt wird. Ich denke, dass sind die drei am weitesten verbreiteten Fälle.

Okay, vielen Dank. Das war’s auch schon.
Ich danke dir. Wenn du mich mal wieder brauchst, lass es mich wissen.

Zum Schluss habe ich noch ein Geschenk für dich. Wir haben T-Shirts anfertigen lassen. Und du bekommst eins.
Sieh dir das an. The E-Team.

Genau. Wir sind das E-Team und lieben es, wenn ein Plan funktioniert.
Oh, das ist großartig. Vielen Dank.

Das ist für dich, und ich wünsche dir noch viel Spaß auf der SMX. Dankeschön.
Cheers!

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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