Google Report: verschenktes Conversion-Potenzial durch lange mobile Ladezeiten

Eine aktuelle Google-Studie beschäftigt sich mit dem Thema Ladegeschwindigkeiten. Dieser Faktor spielt in Zeiten von „mobile first“ eine sehr wichtige Rolle für Webmaster und vor allem mobile User. Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass in Sachen Page Speed für die meisten noch viel zu tun ist.

22 Sekunden – solange benötigt die durchschnittliche Website heutzutage, bis sie vollständig geladen ist. Ausgegangen sind die Forscher von einem mobilen Internetzugang (3G). Das dauert entschieden zu lange!

53 Prozent der User verlassen eine Website nämlich, sobald die Ladezeit die Grenze von 3 Sekunden überschreitet. So dürften die meisten Websites die Erwartungen der User diesbezüglich wohl kaum erfüllen. Natürlich will jeder, der mobil auf eine Website klickt so schnell wie möglich an Informationen kommen. Gerade Kunden, die nach Produkten im mobilen Netz suchen und die Absicht haben, etwas zu kaufen, verlassen den Online-Shop, sobald dieser zu lange zum Laden benötigt.

Der User möchte nach 3 Sekunden eine vollständige Website sehen

Der Durchschnitt von 22 Sekunden steht also in einem dramatischen Verhältnis zu den Erwartungen der User, die nur 3 Sekunden warten, bevor sie weiter klicken. Die Realität sieht zum Glück nicht ganz so fatal aus, denn 70 Prozent der Websites brauchen lediglich 7 Sekunden, um zumindest den Content oberhalb des Folds (Grenze, an der der User anfangen muss, zu scrollen) zu laden. Hört sich schon besser an, jedoch ist das immer noch mehr als doppelt solange, wie die User-Erwartungen.

Quelle: Google/SOASTA Research, 2017

Die Absprungrate steigt kontinuierlich mit der Ladegeschwindigkeit.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die User die Website wegen der langen Wartezeit wieder verlassen steigt von 1 bis 7 Sekunden auf 113 Prozent an. Dauert es maximal 3 Sekunden, bis die Seite vollständig aufgebaut ist, liegt die „Abspringerquote“ nur bei 32 Prozent.

Ladegeschwindigkeit wirkt sich auf Conversion-Rate aus

Die Ladegeschwindigkeit beeinflusst jedoch nicht nur die Zahl der Seitenbesuche, sondern auch die Einnahmen. Musste ein User beim ersten mal zu lange warten, wird er die Seite schnell – und ohne Conversion – verlassen und wahrscheinlich auch nicht wiederkommen. Aus diesem Problem ergibt sich wiederum, dass die Conversion-Rate über mobile Geräte deutlich geringer ist, als über den Desktop zuhause oder im Büro, obwohl die Zahl der Internetnutzungen über Smartphone und Co bereits höher ist, als die vom Desktop.

Ergo: die meisten Unternehmen kommen bei der rasanten mobilen Entwicklung nicht hinterher und lassen sich somit wichtige Conversions entgehen. Das bringt jedoch wiederum Chancen und neue Potenziale zum Vorschein. Wer sich also um die Optimierung der Ladegeschwindigkeit seiner Website bemüht, kann sich diese Potenziale zunutze machen.

Wie optimiere ich die Ladegeschwindigkeit?

Hierfür gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Das Prinzip ist denkbar einfach: große Daten benötigen mehr Ladezeit. Gerade mobile Websites sind oftmals mit zu vielen Funktionen vollgestopft, die bei der Nutzung unterwegs keinen Mehrwert bieten. So sollten die mobilen Versionen deutlich entschlacken, um besser performen zu können.

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Bilddateien sollten entsprechend komprimiert sein, ohne natürlich sichtbar an Qualität zu verlieren. Auch der Quellcode sollte stets „aufgeräumt“ und von unnötigen Zeilen befreit werden. Laut Google können 30 Prozent der Websites allein mit diesen beiden Maßnahmen bis zu 250 KB einsparen.

Außerdem gibt es mittlerweile einige Alternativen und Tools, die bei der mobilen Optimierung helfen. So könnten Accelerated Mobile Pages (AMP) oder Progressive Web Apps (PWA) künftig eine große Rolle im Wettbewerb, wer die schnellste Seite hat, spielen.

In der Google-Studie besaßen 70 Prozent der untersuchten Seiten eine Größe von über 1 MB, 36 Prozent waren über 2 MB und 12 Prozent sogar über 4 MB groß. Zur Einordnung: Eine Website mit einer Größe von 1,49 MB benötigt etwa 7 Sekunden, bis sie vollständig geladen wird.

Wie lange benötigt eure Website? Das ist recht einfach feststellbar. Mit dem Test-My-Site-Tool erfahrt ihr, wie benutzerfreundlich eure Seite für mobile User ist und wie lange sie zum Laden benötigt. Außerdem lassen sich eure Ergebnisse mit anderen vergleichen.

Fazit

Um die Ladegeschwindigkeit deutlich zu verkürzen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist: Es muss gemacht werden, um mit der Nutzerentwicklung mitzuhalten und bisher ungenutzte Potenziale zu nutzen. Hier es ist mit komprimierten Bildern nicht getan. Um versteckte „Bremser“ auf der Website zu finden, ist Erfahrung und Know-how erforderlich. Außerdem ist Page Speed Optimierung keine einmalige sondern stetige Maßnahme.

 

 

Beitragsfoto: iStock/ikonacolor

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