Mobile Recruiting: Neues Personal per Smartphone

Die klassische Bewerbungsmappe ist quasi tot, das ist lange klar. Alles wird digital und mobil. Kein Wunder also, dass sich das auch auf die Jobsuche und den Bewerbungsprozess auswirkt. Aber was müsst ihr in der Personalabteilung tun, damit euch die Bewerber nicht verloren gehen? Das und viele weitere Trends im Recruiting Bereich zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Sind wir mal ehrlich: Eigentlich sind wir 24/7 am Handy. Wir shoppen, wir machen Online-Banking, wir behalten Kontakt zu Freunden und bestellen Äpfel, Getränke und Co. im Internet. Da liegt es nahe, dass wir auch die Jobsuche und Bewerbung mobil machen wollen. Die Zukunft ist digital und schon aktuelle Zahlen zeigen, dass bereits 76% der Bewerber über ihr Smartphone nach Jobs suchen. Damit nimmt natürlich auch der Wunsch zu, sich direkt per Smartphone bewerben zu können. Doch hier sind die Unternehmen noch deutlich im Rückstand und es lohnt sich zu investieren. Weniger als ein Drittel der Stellenanzeigen sind überhaupt für den mobilen Bewerbungsprozess optimiert. Genau hier müssen Recruiter jetzt ansetzen.

Ergebnisse der Mobile Recruiting Studie von meinestadt.de von 2017

Was ist Mobile Recruiting?

Mobile Recruiting ist eine Recruiting-Strategie, die das Ziel hat, per Smartphone, Tablet und Co, d.h. mit mobilen Endgeräten, neues Personal zu gewinnen. Die Beschaffung von Fachpersonal durch die Nutzung von mobilen Endgeräten ist die aktuelle Herausforderung für Recruiter. Dadurch kann die Bewerberreichweite erhöht und der Bewerbungsprozess vereinfacht werden. Dadurch, dass Bewerber durch Job-Apps oder mobil optimierte Karriereseiten einfacher nach potenziellen Stellen filtern und Jobangebote finden können, die wirklich zu ihnen passen, wird der Bewerbungsablauf durch Mobile Recruiting für Bewerber- sowie Unternehmensseite vereinfacht und optimiert.

Arten des Mobile Recruitings

Egal ob ihr auf der Suche nach neuen Talenten für die Firma seid oder das Unternehmen zur Marke werden soll – es gibt verschiedene Maßnahmen, mit denen ihr eure Ziele erreichen könnt.

Mobil optimierte Websites

Bei einer derart hohen Anzahl an Menschen, die per Smartphone nach Jobs suchen, ist eine mobil optimierte Website das A und O. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum Einen belohnt der Google Algorithmus eine Website, die für die mobile Ansicht optimiert ist und lässt sie in sein Ranking mit einfließen, zum Anderen sollte dem Bewerber ein positives Nutzererlebnis geschaffen werden. Beim Klicken auf Websites suchen die Benutzer nach einem schnellen Service, der einfach zu bedienen ist und sie zum nächsten Job oder zur nächsten Stelle führt.

Bei der mobilen Suche geht es um eine einfache Darstellung, in der sich der User schnell orientieren kann und das findet, was er sucht. Ist die Oberfläche für das Smartphone nicht geeignet, kann es sein, dass der Bewerber abspringt und es gehen mögliche Fachkräfte verloren. Wenn die Website nutzerfreundlich gestaltet ist und die User verbinden ein positives Erlebnis mit dem Besuch eurer Website, sind sie eher dazu geneigt, zurückzukehren.

Wir haben euch eine Checkliste für eine mobil optimierte Website zusammengestellt:

    • der User sollte nicht zoomen müssen, um den Text zu lesen
    • er sollte nicht nach links oder rechts scrollen müssen
    • die Seite sollte schnell geladen sein (max. 5 Sekunden, optimal wäre unter 3 Sekunden)
    • die Website sollte auf allen Geräten einwandfrei funktionieren und anpassbar sein
    • der Inhalt sollte für den kleinen Bildschirm eines Smartphones optimiert sein

Der Test auf Optimierung für Mobilgeräte zeigt euch Probleme, die eure mobile Website hat bzw. ob sie für die mobile Nutzung optimiert ist.

Test auf Optimierung für Mobilgeräte am Beispiel Nordex

Wollt ihr euch einmal vor Augen halten, wie wichtig die Ladegeschwindigkeit eurer mobilen Website ist, lohnt es sich ebenfalls, ein Tool zu verwenden, dass die Geschwindigkeit eurer mobilen Website testet und wieviele Nutzer deshalb abspringen.

Test der Geschwindigkeit auf Mobilgeräten am Beispiel Aboutyou

Social Media Recruiting

Soziale Netzwerke dürfen bei keiner mobilen Recruiting-Strategie fehlen. Im Fokus steht dabei die Ausspielung eurer Stellenanzeige in den sozialen Netzwerken abseits von den üblichen Jobportalen. Dadurch können Unternehmen verhältnismäßig kostengünstig passende Fachkräfte ansprechen und erreichen. Hier kommen Facebook, Instagram, Snapchat und Co ins Spiel. Durch Platzierung von zielgruppengerechten Ads könnt ihr auf euer Unternehmen aufmerksam machen und die Anzeige genau eurer Zielgruppe ausspielen. Anhand von relevanten Daten, die ihr über eure Zielgruppe wisst, wie z.B. Interessen, persönliche Eigenschaften und Handlungen, könnt ihr so genau die Menschen erreichen, die für euch potenzielle Fachkräfte darstellen. Dabei solltet ihr kontinuierlich, auch nach der Schaltung der Anzeige, eurer Targeting anhand der Insights überprüfen.

Natürlich könnt ihr durch organische Postings auch Menschen erreichen, allerdings gestaltet sich das eher schwer. Es ist trotzdem eine gute Möglichkeit, auf verschiedenen Plattformen präsent zu sein, um Transparenz und Authentizität zu steigern. Seid ihr z.B. auf Facebook und Instagram aktiv und gewährt dem User Einblick in eurer Unternehmen, schafft das Vertrauen zwischen Unternehmen und User und die Glaubwürdigkeit kann gesteigert werden. Vor allem in sozialen Netzwerken generell, sind die User offen um zu kommunizieren. Das kann ein Vorteil sein und frühzeitig eine Bindung zwischen Unternehmen und Bewerber frühzeitig schaffen.

Apps

Für Dating, Shopping, Wohnungssuche und mehr bestehen bereits unzählige Apps. Sie sind auf jeden Lebensbereich abgestimmt und bieten eine einfache Nutzung und leicht verständliche Inhalte für jedes Thema. Allerdings gibt es im Bereich der Jobsuche immer noch Handlungsbedarf.

Vor allem für große Unternehmen kann es eine Option sein, eine eigene App zu entwickeln und damit das eigene Employer Branding zu verbessern. Das Handling wird einfacher und dem User stehen keine technischen Probleme mehr im Weg, wenn er sich bewerben möchte. Wichtig ist, dass die App nicht überflüssig wirkt, sondern mit genügend Content und weiteren Funktionen gefüllt ist. Natürlich sollte immer der Benutzer im Vordergrund stehen. Stell dir selbst die Fragen: Ergibt diese App für den Nutzer Sinn? Ist ein Mehrwert geschaffen? Durch die hohen finanziellen Kosten ergibt eine App natürlich nicht für jedes Unternehmen Sinn. Vor allem für sehr große Unternehmen oder Konzerne und Portale, die Stellenanzeigen als Geschäftsmodell haben, ist eine eigene App sinnvoll.

Das Jobportal Monster ist Vorreiter für eine benutzerfreundliche, moderne App für die Jobsuche. Sie ermöglicht eine schnelle Suche und Bewerbung auf dem Smartphone und orientiert sich dabei am Prinzip der Dating Apps. Mit einem Swipe nach rechts oder links kann sich der User für oder gegen ein Stellenangebot entscheiden und sich direkt bewerben.

Die „Monster“ App für die Jobsuche. Quelle: „obs/Monster Worldwide Deutschland GmbH/Monster Germany“

Durch die Verknüpfung mit einem Facebook-Profil hat Monster von Anfang an bereits persönliche Daten über den Bewerber. Den Lebenslauf kann er anschließend zum Beispiel via Google Drive oder Dropbox hochladen und schon werden ihm relevante Angebote angezeigt. Swipt der User nach rechts, schickt Monster die Bewerbung direkt ab.

„Die Rekrutierung bzw. Bewerbung über mobile Endgeräte ermöglicht es, den Bewerbungsprozess zu vereinfachen, zu beschleunigen und an die Zielgruppe anzupassen. Da die Zugriffe auf Stellenanzeigen über mobile Endgeräte ständig steigen, sind wir sicher, dass die Swipe-Technologie in der neuen Monster App ein Erfolgskonzept für unsere Kunden sein wird, jeder Swipe ist für den Recruiter schließlich ein qualifizierter Kontakt.“ – sagt Marc Irmisch-Petit, General Manager Euope bei Monster

Fazit

Mobile Recruiting soll Usern, die auf Jobsuche sind, die Bewerbung einfacher machen. Der Fokus soll darauf liegen, sich per mobilem Endgerät zu informieren und sich auch zu bewerben. Deshalb solltet ihr auch hiermit beginnen, wenn ihr euch mit Mobile Recruiting befasst. Eine mobil optimierte Website ist der erste Schritt und sollte auf eurer Prioritätenliste ganz oben stehen. Auch in verschiedenen sozialen Netzwerken aktiv zu sein, ist enorm wichtig und ein verhaltensmäßig einfacher Schritt. Eine App ist nicht immer sinnvoll und sollte unbedingt nur erstellt werden, wenn sie auch einen Mehrwert für den User bietet.

Die klassische Bewerbermappe in Papierform ist schon lange tot und nun gilt es daran, rechtzeitig im Bereich Mobile Recruiting zu arbeiten. Um Zeit und Geld zu sparen, ist es sinnvoll für Unternehmen, den Bewerbungsprozess für User zu überarbeiten.  Eigene Online-Portale, Apps oder Bewerbungen über Karriere-Netzwerke werden in Zukunft weiter ausgebaut. Schnelligkeit und Einfachheit sollten hier unbedingt der Grundpfeiler neuer Maßnahmen sein. Durch ein unkompliziertes Verfahren per Smartphone und eine höhere Authentizität durch Social Media kann es positive Auswirkungen auf die Reichweite und Anzahl an Bewerbungen geben.

Ist die Jobsuche und die Bewerbung über mobile Endgeräte einfacher gestaltet und optimiert, könnt ihr mehr Fachkräfte erreichen, in dem das Bewerberaufkommen erhöht wird. Das kann so weit führen, dass ihr euch durch qualifizierte Mitarbeiter einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnt. Ihr seht: es lohnt sich.

Sara kümmert sich im E-Team in Hannover um das Projektmanagement und SEA. In ihrer freien Zeit trinkt sie gerne exotische (aber alkoholfreie) Cocktails unter der Sonne Thailands und ist auch sonst gerne unterwegs. Nebenher sorgt sie mit ihrer humorvollen und lockeren Art für stets positive Vibes am Arbeitsplatz.

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