Mobile SEO – seid ihr ready?

„Mobile First“ – diese Regel, die Google Anfang 2018 für das Ranking einführen will, dürfte euch nicht zum ersten Mal begegnen. Mehr als die Hälfte der Internetnutzung läuft bereits über Smartphones oder Tablets. Eine Website, die mobil nicht nur funktioniert, sondern gefunden wird und eure User begeistert, ist also ein Thema, mit dem sich schon jetzt jedes Unternehmen beschäftigen sollte. Doch worauf kommt es bei der mobilen Suchmaschinenoptimierung an? Wir haben die wichtigsten Faktoren für ein gutes Ranking eurer mobilen Website zusammengetragen und verraten euch, was gar nicht geht.

Website ist Website – egal über welches Gerät ich sie aufrufe? Weit gefehlt. Vieles, was uns auf dem Desktop begeistert, schreckt uns auf dem Smartphone wiederum ab und lässt uns weiter blättern. Im Grunde kann man die Mobile SEO in drei Grund-Kategorien einteilen, in denen fast alle Maßnahmen enthalten sind: technische Faktoren, User Experience (Nutzererfahrung) und Content.

1. technische Faktoren

Bevor ihr User mit eurer Website begeistern könnt, muss sie gefunden und geklickt werden. Ist das passiert, geht es um Bruchteile von Sekunden, denn die Ladegeschwindigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren bei der technischen Optimierung der mobilen Website. Dabei ist die Spanne zwischen den Top 10 und den „langsamen“ Seiten verschwindend gering. Als Faustregel gilt hier jedoch: Wenn eure Website auf dem Smartphone länger als 3 Sekunden benötigt, um vollständig zu erscheinen, werden die meisten User ungeduldig und suchen lieber weiter, als auf euch zu warten.

Die schnellsten mobilen Seiten benötigen lediglich knapp über eine Sekunde, um zu laden. Dagegen wirken selbst die drei Sekunden als Obergrenze wie eine lahme Ente. Für die mobile Nutzung sollte eure Website also ordentlich abspecken.

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Eine gute „Abspeck-Kur“ bietet Google selber mit den Accelerated Mobile Pages (AMP) an. Dieses Framework verkleinert euren HTML- und CSS-Code. Heraus kommt dabei eine Website mit kurzer Ladezeit und mit klarer Linie ohne Schnick-Schnack, wie Sidebars, aufwändige Animationen o.ä., den wir auf dem Desktop so lieben.

Klar, es fällt vielleicht erstmal schwer, sich von den mühsam eingepflegten Elementen eurer Website zu trennen, wenn eure Website auf dem Smartphone jedoch zu lange braucht, schaut sie sich sowieso niemand an. Ein weiterer Vorteil der AMP’s ist, dass Google diese kennzeichnet und damit in den Suchergebnissen hervorhebt.

2. Mobile User Experience

Gehen wir einmal davon aus, dass ihr alles Unnötige von der Seite verbannt habt und diese nun schnell wie ein Blitz lädt. Was erwartet bzw. wünscht sich der User nun? Natürlich, dass er die Information oder das Produkt findet, das er sucht. Dafür sollte die mobile Website vor allem eins sein: übersichtlich. Listen sind ein probates Mittel, um Übersicht zu schaffen. Aber: übertreibt es nicht mit euren Listen. Das Smartphone-Display ist klein, deswegen nerven zu lange Listen nur. Die goldene Regel lautet: nicht mehr als 9 Elemente pro Liste.

Was finden User noch toll? Bilder! Sie erregen Aufmerksamkeit und sind auch auf kleinen Displays leicht wahrzunehmen. Doch Achtung! Auch eure Bilder sollten ebenfalls optimiert und vor allem komprimiert werden. Zwar sind sie schön anzusehen, wenn sie jedoch zu groß sind, verlangsamen sie die Ladezeit eurer Website. Durchschnittlich befinden sich 4 Bilder auf einer mobilen Website. Diese sollten zudem die richtige Größe haben.

Mobile SEO

Eher negativ wirken sich zu viele interne Links auf die User Experience aus. Das Display ist klein, der Daumen verhältnismäßig dick. Damit fällt es schwer, den richtigen Link zu erwischen, wenn in jedem Halbsatz eine anderer auftaucht. Auch zu kleine Touchelemente, wie Buttons sind für den mobilen Nutzer nicht wirklich hilfreich. Dazu gehören auch Interstitials, die beim Scrollen oder Öffnen der Seite aufpoppen und nur schwer wieder zu schließen sind. Die Schrift sollte zudem auch eine adäquate und lesbare Größe haben.

3. Content

Generell gilt: eure Texte sollten auf der mobilen Website deutlich kürzer sein, als auf dem Desktop. Keywords sind nach wie vor gut und notwendig, um auch gut zu ranken, jedoch solltet ihr den Content auf euren mobilen Seite auch nicht „über-optimieren“. Das bedeutet, ihr solltet darauf achten, dass eure Keywords nicht plötzlich in jedem Satz auftauchen und ihr unnötige Dopplungen im Text habt.

Als Orientierungshilfe sollten 1000 Wörter pro Text die absolute Obergrenze sein. Niemand liest einen Roman auf dem Smartphone. Hier geht es um Informationen, die kurz, prägnant und übersichtlich dargestellt zum optimalen Ergebnis führen.

4. Bonustipps

Einige Maßnahmen können keiner der drei Kategorien zugeordnet werden, da sie entweder zu keiner oder mehreren von ihnen gehören. Wir haben hier noch ein paar Bonustipps für euch, die euch beim Ranking eurer mobilen Website helfen können.

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Social Signals spielen mobil eine größere Rolle, als auf dem Desktop. Der Durchschnitts-User verbringt allein 30 Minuten pro Tag auf Facebook. 77% aller mobilen Inhalte werden über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder den Facebook Messenger geteilt. Bei diesen Funktionen solltet ihr also nicht sparen.

Ebenfalls wichtig: gerade für mobile Websites, die lokale SEO. Ein Großteil der Suchanfragen auf dem Smartphone enthält Ortsangaben. Auch hier sollten Vorkehrungen getroffen werden, um schneller gefunden zu werden.

 

 

Foto: iStock/Poravute

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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