OMG! Special: Der Online-Marketing Rückblick 2017

Herzlich willkommen zu einer Sonderfolge OMG! – Die Online-Marketing Goods. 2017 ist im Online-Marketing Universum viel passiert. Wir haben euch mit OMG! stets auf dem Laufenden gehalten. Dennoch kann man bei so viel News jedoch schon mal den Überblick verlieren. Deswegen fassen wir in dieser Folge das Online-Marketing Jahr 2017 für euch nochmal zusammen. Hier seht ihr alles, was wichtig war und wichtig bleibt.

Unsere Themen im Überblick:

Mobile First

Google kündigte Anfang 2017 an, dass Mobile mittlerweile so wichtig ist, dass dieser Bereich künftig beim Indexieren von Websites bevorzugt wird. Seit dieser Ankündigung brodelt es in der SEO-Gerüchteküche. Wann wird der neue Index ausgerollt? Was wird sich dann verändern? Immer wieder tauchen neue Hinweise auf, dass Google auf Mobile First wechselt. Der Internet-Riese selbst hat das Projekt auf frühestens 2018 verschoben.

Unsere Lieblings-Twitter-Feen von Google, Gary Illyes und John Müller, machten sich derweil einen Spaß daraus, das Thema immer wieder anzuheizen, indem sie spärliche Informationen twitterten.

Zum heutigen Zeitpunkt wissen wir, dass der Mobile First Index in Etappen ausgerollt wird. Nach und nach werden immer mehr Websites in den neuen Index aufgenommen. Dieser Prozess ist aus Testzwecken laut Google schon im Gange. 2018 wird demnach vermutlich das Jahr, indem Google einen Großteil der Websites in Mobile First aufnimmt.

Was heißt das für euch? Wer noch immer eine Desktopseite hat, die auf mobilen Geräten genauso aussieht, wie auf dem großen Bildschirm, sollte nun ranklotzen. Eine mobile Website ist angesichts der Nutzerzahlen unausweichlich. 2017 kamen bereits mehr als die Hälfte aller Suchanfragen über Smartphones und andere mobile Geräte.

Accelerated Mobile Pages (AMP)

Um den Webmastern den Wechsel zu mobile zu erleichtern, bietet Google ein passendes Framework an, dass 2017 ebenfalls einen regelrechten Boom erlebte: Die Accelerated Mobile Pages, kurz AMP’s, sind auf dem Vormarsch.

Eine AMP ist quasi eine abgespeckte, für mobile Geräte optimierte und daher blitzschnelle Version eurer Website, die mit relativ wenig Aufwand eingerichtet werden kann.

Natürlich wurde aber auch dieses Tool bereits missbräuchlich und nicht im Sinne des Erfinders verwendet. Google reagierte prompt und wirft AMP’s, die einzig und allein den Zweck haben, ein Thema anzuteasern, um dann auf die eigentliche Website weiterzuleiten, nämlich mittlerweile aus dem Index.

Mehrere größere Publisher haben AMP’s auf diese Weise genutzt, um sich so einen der prominenten Plätze, ganz oben in der Google-Suche, zu sichern ohne den Inhalt der Originalseite vollständig anpassen zu müssen. Das solltet ihr jedoch unbedingt tun. AMP’s haben eine sehr kurze Ladezeit, was mobile User freut. So stieg der Traffic, laut einer aktuellen Studie der Analytics-Plattform Parse.ly, über AMP’s 2017 um satte 87 Prozent an. Hierfür wurden über 2.500 Publisher-Websites analysiert.

Social Media: Organische Reichweite

Damit hat Google Konkurrent Facebook als Traffic-Lieferant überholt. Das soziale Netzwerk hatte 2017 an mehreren Fronten zu kämpfen. Allen voran: die organische Reichweite.

Die ist zwischen Februar und Oktober um ganze 25 Prozent gesunken. Unternehmen, die auf Facebook unterwegs sind und ihren Content organisch, also als unbezahlten Post, verbreiten, erreichen längst nicht mehr so viele User, wie gewohnt. Das führt wiederum dazu, dass Facebook Einbußen in Sachen Traffic hinnehmen muss. Während 42 Prozent des Gesamt-Traffics über Google kamen, liegt Facebook nur noch bei 26 Prozent.

Messenger Ads

Aber es gibt auch positives über den Social Media Giganten zu berichten: Mit der Einführung der Messenger Ads brachte Facebook ein riskantes, aber völlig neues Werbeformat an den Start.

Warum dieses Format so innovativ ist? Weil User im Messenger normalerweise nicht auf der Suche nach Produkten sind. Dieses Werbeformat wirft eine Blick in die Zukunft der Online-Werbung. User wollen nichtsahnend im Messenger chatten und entdecken plötzlich ein Produkt, das sie interessiert. Sie haben nicht danach gefragt, was die Sache schon riskant macht, weil es abschrecken könnte.

Wenn ihr es jedoch schafft, dem User wirklich etwas zu zeigen, das ihn interessiert, dann setzt ihr einen Schritt früher in der Costumer Journey an und gebt dem Kunden, wonach er sucht, bevor er es sucht. Bislang könnt ihr Usern lediglich eine Anzeige im Messenger ausspielen. Künftig werdet ihr sie jedoch auch direkt über den Messenger ansprechen können.

Chatbots

Apropos Messenger: Wer von euch hat 2017 schon mit Chatbots gearbeitet oder zumindest mit einem geschrieben?

2016 noch Zukunftsmusik mit einzelnen Experimenten, haben sich Chatbots 2017 zu einem probaten Mittel entwickelt. Ob Kundenservice, Gewinnspiele oder auch kleine Spiele – die Einsatzmöglichkeiten von Chatbots sind groß. Im Alltag nehmen sie euch außerdem Arbeit ab. Durch künstliche Intelligenz sind die Chatbots mittlerweile so gut, dass der User im Idealfall gar nicht bemerkt, dass er mit keinem echten Menschen schreibt.

Einen interessanten Einblick lieferte uns Matthias Mehner, Ex-Social Media Chef von ProSiebenSAT1 Digital, auf der SMX 2017. Er begleitete ein Chatbot-Projekt für die Fußballsendung ran und erzählte mit uns sehr offen über seine Erfahrungen. Den Link zum Videointerview findet ihr unten in der Beschreibung.

Künstliche Intelligenz (KI)

Nicht nur Chatbots sind 2017 intelligenter geworden. Alle Online-Giganten arbeiten seit Jahren an eigenen Künstlichen Intelligenzen. 2017 sind sie so ausgereift, dass sie beinahe überall eingesetzt werden.

Google stattete seine etablierten Tools, wie AdWords mit dem Smart Bidding oder Analytics mit seinem eigenen digitalen Assistenten mit seiner Künstlichen Intelligenz aus und Facebook setzt sie unter anderem beim Targeting von Kampagnen ein.

Smarte Assistenten

Aber auch für die breite Masse wurde KI zugänglich gemacht. 2017 ist das Jahr der smarten Assistenten. Alles, was online Rang und Namen hat, warf ein eigenes Gerät auf den Markt.

Ob nun Amazon Echo, Google Home oder auch der HomePod von Apple – die smarten Assistenten, die längst mehr können, als nur anzusagen, ob es morgen regnet, eroberten die Haushalte auf der ganzen Welt.

Voice Search

Online bestellen, das Licht im Haus steuern oder einfach nur nach Informationen suchen – Voice Search ist – Achtung: in aller Munde.

Laut Google werden bis 2020 mehr als die Hälfte aller Suchanfragen per Voice Search abgegeben. Zuhause suchen wir per Home Assistenten und unterwegs fragen wir unser Smartphone. Das verändert auch die Suchmaschinenoptimierung. Während wir in der klassischen Websuche eher Kombinationen aus verschiedenen Keywords eintippen, suchen wir mit Voice Search mittels ganzer Sätze oder Fragen.

Um hier noch gefunden zu werden, sollte der Content auf eurer Website entsprechend angepasst werden. Was wollen eure User wissen? Ist eure Seite wirklich die beste für die jeweilige Suchanfrage? Wenn ihr diese Fragen auf eurer Website stellt und beantwortet ist das ein Traum für den smarten Assistenten und den User.

Featured Snippets

Außerdem stehen die Chancen dann besonders gut, dass ihr es in die Featured Snippets von Google schafft. Auch wenn Google der größte Traffic Lieferant ist, trifft der Suchmaschinen-Riese 2017 Vorkehrungen, um die User im Google-Universum zu halten, statt sie auf andere Websites zu leiten. Das macht Google, indem es bereits in der Websuche die Frage des Users beantwortet, so dass der sich nicht mehr durch verschiedene Suchergebnisse klicken muss.

Klingt ganz so, als wäre schon bald mit nicht mehr viel Traffic über Google zu rechnen, doch diese Maßnahmen bieten auch eine Chance für Unternehmen.

Eine dieser Chancen sind die Featured Snippets. Hier werden Fragen sofort beantwortet, aber eben nicht von Google selber sondern im besten Fall von euch. Beantwortet ihr oft gestellte Fragen eurer User auf eurer Website, dann landet ihr womöglich ganz oben auf Position Null der SERP’s. Der User registriert von wem die Antwort stammt, also wer ihnen da gerade geholfen hat. Damit seid ihr der erste Ansprechpartner für weitere Fragen des Users.

Damit tretet ihr als Problemlöser auf und der User besucht eure Website später vielleicht wieder, wenn er noch eine andere Frage zum Thema hat. Bereits in 4,1 Prozent der Suchanfragen werden Featured Snippets laut einer Studie von Sistrix angezeigt. 2017 stieg die Anzahl der ausgelieferten Snippets um 64 Prozent. Tendenz steigend. Diese und andere Funktionen werden SEO’s auch 2018 beschäftigen und die Herangehensweise nachhaltig verändern.

Aber auch im Content Marketing kommen Veränderungen auf uns zu. Den User nur zu informieren reicht auch 2017 nicht mehr aus. Wer seine Zielgruppe kennt, sollte mit seinem Content das bestmögliche Ergebnis liefern – personalisiert und auf die Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnitten.

Influencer und Schleichwerbung

Nicht ganz so nachhaltig verlief ein anderer Trend 2017. Gut, Influencer gibt es nicht erst seit 2017, aber das Potenzial ihrer Reichweite ist bei Unternehmen angekommen. Noch nie gab es so viele Kooperationen mit mehr oder weniger erfolgreichen YouTubern, Instagramern oder anderen.

Die meisten von ihnen sind schon recht lange erfolgreich und haben sich in den vergangenen Jahren eine treue Fangemeinde aufgebaut. Andere wiederum haben sich ihre “Fans” lediglich gekauft, um an Aufträge großer Firmen zu kommen.

Ob nun echter Influencer oder Social Media Blender – beide Seiten hatten 2017 ein großes Problem: Schleichwerbung. Die ist so ohne weiteres in Deutschland nämlich nicht erlaubt und so hagelte es Abmahnungen, weil Influencer Produkte über ihre Kanäle beworben, das aber nicht als Werbung markiert haben.

Da die Mühlen in der Bürokratie bekanntlich ein bisschen langsamer mahlen, gibt es für Influencer natürlich kein eigenes Gesetz. So musste ein Präzedenzfall her. Mittlerweile wurde zumindest beschlossen, dass #ad irgendwo in der Bildbeschreibung auf Instagram nicht als Markierung ausreicht, um User auf die bezahlte Kooperation aufmerksam zu machen.

Aber wie kann der Influencer von heute dann weiter Geld damit verdienen, vor der Kamera schöne Produkte in den Händen zu halten?

Branded Content

Indem er unmissverständlich klar macht, dass es sich um Werbung handelt. Die sozialen Netzwerke reagierten in der Zwischenzeit ebenfalls und rollten Funktionen für Influencer aus.

Auf Instagram und Facebook könnt ihr mit einem Tool bezahlte Inhalte markieren. Mit der Creators App kopiert Facebook außerdem YouTube und gibt Influencern eine Toolbox in die Hand, mit der sie ihre Videos besser aufbereiten können.

Videocontent

Videos sind übrigens ein gutes Stichwort, denn in Sachen Content führte 2017 kein Weg daran vorbei. Sie sind 2017 sind die beliebteste Form von Content. Das haben auch die sozialen Netzwerke erkannt und dementsprechend reagiert. Facebook hat an seinem Algorithmus gewerkelt und bevorzugt seit Anfang des Jahres Videos im Newsfeed. Auch auf Instagram tauchen immer mehr Videos auf.

Das zieht wiederum interessante Entwicklungen nach sich. YouTube, von Anfang als Videoplattform bekannt, bekommt nun ernsthafte Konkurrenz auf seinem Gebiet. Deswegen bemüht sich die Google-Tochter 2017 um neue Funktionen, die neben den bewährten Videos Nutzer bei der Stange halten sollen.

Natürlich ist eine der neuen Funktionen ein eigener Messenger, mit dem YouTube-User leichter untereinander in Kontakt treten können.

Stories statt Posts

Auch auf den Story-Trend springt die Videoplattform auf. Neben hochwertigem Videocontent, erlebten auch, nicht zuletzt durch Snapchat, Stories einen Boom.

Für eine Story müssen sich die User nicht sonderlich anstrengen und Know-how in Sachen Videoproduktion besitzen. Dass sich die Stories innerhalb von 24 Stunden selbst löschen, trägt zum Erfolg des Formats bei.

Schnell sahen sich Facebook & Co. in Zugzwang und kopierten schließlich die Funktion eiskalt. Mittlerweile könnt ihr Stories in Instagram, Facebook Messenger oder auch WhatsApp erstellen. Gerade auf Instagram sind Stories mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil einer erfolgreichen Content-Strategie.

2017 ist natürlich noch viel mehr passiert, was uns auch 2018 noch beschäftigen wird.

Auf effektiv.com/blog findet ihr viele weitere Themen, wie Analytics, AdWords, Pinterest, Amazon, Bing und viele mehr.

Was war euer Online-Marketing Highlight 2017? Erzählt uns eure Top Story in den Kommentaren.

Und damit verabschiedet sich das E-Team schon wieder von euch. Wir hoffen, unser kleiner Rückblick hat euch gefallen und wir sehen uns zur nächsten Folge OMG! im neuen Jahr wieder.

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