Der Online-Marketing-Jahresrückblick 2016

Da sind wir in dieser komischen Phase des Jahres, die gerne als „zwischen den Jahren“ bezeichnet wird. Das ist ja eigentlich ziemlicher Blödsinn, denn noch befinden wir uns im Jahr 2016, in dem in der Online-Marketing-Welt viel passiert ist. Was hat Google so gemacht? Womit „beglückt“ uns Facebook nun schon wieder? Sind unsere Websites noch auf dem neuesten Stand? Was kommt 2017 auf uns zu? In unserem kurzen Effektiv-Jahresrückblick haben wir uns einige wichtige Neuerungen und Entwicklungen in den Bereichen SEO, SEA und Social Media herausgepickt und sie für Euch nochmal übersichtlich und in mundgerechten Stücken aufbereitet.

Penguin 4.0

Das 2012 erschienene Google-Update wurde im September aktualisiert und ist nun Bestandteil des Core-Algorithmus. Was heißt das? Penguin ist eins der Signale, nach dem Google Websites rankt. Es bewertet Links und sorgt dafür, dass kein unnatürlicher oder manipulierter Linkaufbau betrieben wird. Mit der Aktualisierung funktioniert es nun in Real-Time. Hat der Website-Betreiber Änderungen an der Seite vorgenommen, um die Präsenz im Internet zu verbessern, musste er bis dato immer darauf warten, dass auch Penguin aktualisiert wurde, bis die Änderungen in dieser Liste auch berücksichtigt wurden. Das passiert nun sofort. Andererseits werdet Ihr nun aber nicht mehr informiert, wenn Google im Update etwas aktualisiert. Außerdem wirkt Penguin sich jetzt auf Spam aus, indem das Ranking basierend auf Spamsignalen angepasst wird, statt das Ranking der gesamten Website zu betreffen.

via GIPHY

Interstitials

Dieses für uns nur schwer auszusprechende Marketing-Mittel ist den meisten besser als Pop-ups bekannt. Vor allem bei kostenlosen Apps springen uns die digitalen Werbeplakate oftmals beim Start der App ins Auge. Meist bedecken sie den gesamten Bildschirm und lassen sich mit einem Tab auf ein kleines Kreuz schnell wieder beseitigen. Das ist nicht erst seit diesem Jahr so. Jedoch hat Google 2016 angekündigt, dass die Interstitials ab 10. Januar 2017 eine Website auch down ranken können. Wer sich nun schon darauf gefreut hat, solche Pop-ups künftig nicht mehr wegklicken zu müssen, wird jedoch enttäuscht, denn es kommt künftig auf den Inhalt an, ob die mobile Werbung ein Ranking-No-Go ist oder nicht. Es wird nämlich nicht nur mit ihnen geworben. Oft haben Interstitials auch einen anderen Zweck. Wenn in dem aufpoppenden Fenster darüber informiert wird, dass Cookies verwendet werden oder das Alter abgefragt wird, hat das keinen Einfluss auf das Ranking der Website. Auch Login- oder Download-Aufforderungen bleiben vom Downranking durch Google verschont. Content verdeckende Online-Reklame, die nichts mit dem Inhalt der Website zu tun haben, werden hingegen 2017 gnadenlos mit Downranking abgestraft.

AMP-Websites

“Mobile First” heißt es seit einiger Zeit aus dem Google-Hauptquartier. Auf mobile Websites wird seit diesem Jahr besonderes Augenmerk gelegt. Google prüft, ob eine für mobile Endgeräte angepasste Website existiert und wie sie funktioniert, um erst danach die Desktop-Version zu ranken. Das stellt Website-Betreiber vor neue Herausforderungen, bietet ihnen aber auch neue Chancen. Bereits über die Hälfte der Internetnutzung läuft über mobile Endgeräte. Natürlich versucht Google Website-Betreiber dabei an die Hand zu nehmen und stellt eine technische Neuerung zur Verfügung. AMP – Accelerated Mobile Pages – sollen eine reibungslose Nutzung der Website unterwegs garantieren. Websites, die mit dieser Open-Source-Lösung auf HTML-Basis optimiert werden, laden auf mobilen Geräten schneller, was so ziemlich der wichtigste Punkt für eine mobile Website ist, damit User sich überhaupt mit ihr beschäftigen. Außerdem werden sie in der Trefferliste der Googlesuche entsprechend markiert („AMP“). Das News-Karussell in der mobilen Googlesuche ist sogar ganz für AMP’s reserviert. Mit relativ wenig Aufwand lässt sich also die eigene Website zu einem mobilen Hit machen. Hört sich nach der idealen Lösung für jede mobile Unternehmens-Website an. AMP’s bieten jedoch nicht nur Vorteile. Der Host der Website seid in diesem Fall nämlich nicht Ihr, sondern Google. Ihr macht euch also noch abhängiger vom Internet-Riesen. AMP’s sind außerdem sehr textbasiert. Videos, Pop-ups, Sidebars oder Bilder, die durch einen Tab vergrößert werden sollen, werden noch nicht unterstützt – quasi alles, was eure Desktop-Website interessant und aufregend macht. Mit den Vor- und Nachteilen der Accelerate-Mobile-Pages werden wir uns im Blog noch näher beschäftigen. So werdet Ihr sehen, ob das Google-Framework für Euch relevant ist oder nicht.

Neue Call-to-action-Posts bei Facebook

Einfach nur was auf der eigenen Fanpage posten ist von gestern. 2016 hat Facebook Usern mit eigener Fanpage mehr Möglichkeiten in die Hand gedrückt, um die Besucher gezielter anzusprechen und zu bestimmten Handlungen aufzufordern. Was früher nur bei Werbeanzeigen möglich war, geht nun auch in organischen Posts direkt auf der Fanpage. So kann man seit Oktober seinen Usern ein Angebot, eine Veranstaltung oder einen Meilenstein des Unternehmens vorsetzen oder sie dazu auffordern, Euch eine Nachricht zu schicken oder bei Euch anzurufen. Ihr könnt auch gezielt auf den Standort des Unternehmens aufmerksam machen. Im Alltag könnt Ihr mithilfe der Facebook-Statistiken einsehen, wer Eure Seite besucht und mit den neuen Call-to-action-Funktionen bestimmte Zielgruppen gezielter ansprechen. Man kann davon ausgehen, dass 2017 noch mehr Funktionen hinzukommen.

via GIPHY

Lokale Einträge – Aus 7 mach 3

Wer sich bisher mit seinem Geschäft bei Google-Maps hat eintragen lassen, hatte relativ gute Chancen, in den Top-Ergebnissen der Läden in der Nähe des Users zu landen – schließlich gehörten ganze sieben zu den Spitzenkandidaten. Die ursprünglich sieben lokalen Suchergebnisse hat Google ordentlich schrumpfen lassen, denn nur noch drei werden angezeigt. Einer dieser Spitzenkandidaten ist dabei noch eine bezahlte Anzeige, also beschränkt sich bei den lokalen Einträgen bei Google-Maps die Anzahl der Top-Ergebnisse nur noch auf zwei. Dadurch wird der Kampf um die Spitzenplätze größer und auch kleine lokale Geschäfte sind gezwungen, ihre Website weiter für die lokalen Suchergebnisse zu optimieren, um gefunden zu werden.

Erweiterte Textanzeigen / Expanded Text Ads (ETA)

Auch bei Google AdWords hat sich eine grundlegende Veränderung ergeben. Für den Text in den Anzeigen hat man nach 15 Jahren nun mehr Platz. Wenn wir von mehr reden, dann meint Google sogar doppelt so viel Platz als zuvor. Wer jetzt noch eine Anzeige im alten Format laufen hat, muss nun nicht aufschrecken und Angst haben, dass diese nun nicht mehr erscheint. Das alte Format läuft weiter, jedoch wird man ab 31. Januar 2017 keine Anzeigen mehr in diesem Format erstellen können. Eine weitere Neuerung: Durch die Anpassung der Textanzeigen, ist keine eigenständige Anzeige mehr für mobile Endgerät notwendig. Es gibt künftig nur noch ein Format für Desktop und Mobile. Auch Bing zieht bei dieser Entwicklung mit. AdWords Textanzeigen können daher auch problemlos in der Bing-Suchmaschine integriert werden, da sie denselben Platz bieten. .

Responsive Display Ads

Seit August sind für immer mehr AdWords-Konten die neuen Anzeigen verfügbar, die dem Verfasser viel Arbeit abnehmen. Die neuen Anzeigen passen sich nämlich dem Format der Website an, auf der sie erscheinen. So müssen Werbetreibende nur noch eine, statt vieler Anzeigen in verschiedenen Formaten erstellen. Zusätzlich soll die Anzeige auch nativ werden, d.h. den Stil und das Format der jeweiligen Website annehmen. So ist sie nicht gleich als Werbeanzeige erkennbar und wirkt auf den User nicht mehr so störend. Besonders schön ist, dass die Display-Anzeigen mit einer Beschreibung von 90 Zeichen sogar noch umfangreicher als die neuen erweiterten Textanzeigen sind.

Progressive Web Apps

App oder Website? Beides! Das in diesem Jahr neu eingeführte Modell zieht die Vorteile aus beiden bekannten Formaten. Die Website muss nicht über einen Browser aufgerufen werden und erscheint als App-Icon auf dem Home-Screen. Auch Offline hat man dadurch Zugriff auf bestimmte Inhalte der Seite. Hört sich an, wie eine gewöhnliche App, jedoch sind Progressive Web Apps keine Plattformen, sondern eben doch Websites, auf denen man sich nicht anmelden muss oder ähnliches. Auch eine Installation, so wie bei einer normalen App, kann man sich sparen. Dennoch sind Push-Nachrichten durch den Website-App-Hybriden möglich. Progressive Web Apps sind noch ganz am Anfang, dennoch sollte man die Entwicklung dieses Modells weiter verfolgen, denn die Vorteile liegen auf der Hand.

Youtube bietet neue Funktionen

Auch die größte Videoplattform YouTube bietet 2016 Nutzern mit eigenem Channel neue Möglichkeiten. So gehören sechssekündige Werbespots, die nicht übersprungen werden können, zu den neuen Funktionen. Auch der Abspann eigener Videos kann individueller gestaltet werden. So können andere Videos, ein Link zur Website, der Abo-Button oder der eigene Channel am Ende des Videos erscheinen. Der Kommentarbereich wurde ebenfalls aufgeräumt. Mittlerweile können Kommentare an eine bestimmte Stelle gepinnt, Youtuber-Herzchen verteilt werden und Euer Name wird farblich markiert, wenn Ihr Euer eigenes Video kommentiert. Das schafft Übersicht. Die wohl größte Veränderung steht uns jedoch noch bevor, denn YouTube verhandelt in diesem Jahr bereits mit mehreren Fernsehsendern. Somit rückt die vorhergesagt Wanderung des TV’s immer schneller Richtung Internet. Bislang gibt es noch keine konkreten Kooperationen, jedoch könnte sich 2017 einiges ändern und erste TV-Sender ihr Programm bereits über YouTube streamen. Nach der Einigung mit der GEMA in diesem Jahr, könnte YouTube 2017 also ein nächster großer Coup gelingen. Die Meldung “Dieses Video ist in deinem Land leider nicht verfügbar” der Vergangenheit an. User haben dank der Einigung seit dem 1. November 2016 Zugriff auf deutlich mehr Inhalte, die vorher noch gelöscht wurden.

Mit diesem kompakten Rückblick auf einige elementare Online-Marketing-Ereignisse in 2016 wollen wir Euch auch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Wir bedanken uns bei unseren Kunden und Partnern für die tolle Zusammenarbeit und freuen uns schon jetzt auf ein gemeinsames, effektives Jahr 2017.

 

 

Beitragsfoto: Philipp Queitsch

Wie ist deine Meinung?

2 × drei =

Bekannt aus: