Responsive AdWords Anzeigen im Google Suchnetzwerk – Wie ihr die Power von Machine Learning nutzt

Machine Learning ist in aller Munde. Google zählt als Vorreiter dieser Technologie und verbaut sie seit einiger Zeit in all seinen Produkten, um beispielsweise die Suche oder auch Marketing-Maßnahmen noch effektiver zu machen. So nutzt Google Machine Learning auch für Google AdWords. Hier wird die künstliche Intelligenz jedoch auch für völlig neue Produkte genutzt. Ein Werbeformat, das sich derzeit noch in der Beta-Phase befindet, aber schon bald ausgerollt werden soll, sind Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen. In diesem Beitrag erklären wir euch, was diese responsive Anzeigen können und wie ihr damit eure Reichweite, die Klickzahl und letztlich auch eure Conversions steigern könnt.

Was sind Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen?

Wie der Name schon vermuten lässt, tauchen diese Anzeigen, wie die gewöhnlichen Google AdWords Textanzeigen, in den SERP’s, also den Suchergebnisseiten, auf. Zusätzlich sind sie responsive, das heißt sie passen sich jedem Bildschirm automatisch an. So werden eure Produkte oder Dienstleistungen sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Endgeräten optimal präsentiert.

Soweit, so bekannt, denn das können auch andere Werbeformate, wie zum Beispiel die erweiterten Textanzeigen in Google AdWords. Hier kommt das Google Machine Learning ins Spiel. Ihr könnt nämlich mehrere Versionen eurer Titel und Beschreibungstexte hinterlegen und Google kombiniert diese einzelnen Versionen automatisch immer wieder neu und testet somit, welche Varianten am besten funktionieren, also die meisten Klicks und Conversions erzeugen.

Google AdWords, Google Werbung Machine Learning

So können die Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen bei Google AdWords aussehen. Google verwendet bis zu drei eurer eingegebenen Titel und bis zu zwei Beschreibungstexte in einer Anzeige und ändert ständig die Kombination. / Screenshot

Ein weiterer Unterschied zu den erweiterten Textanzeigen: ihr habt insgesamt mehr Platz, denn Google nimmt bis zu drei eurer Titel für eine Anzeige, statt nur zwei. Auch im Beschreibungstext habt ihr 90, statt nur 80 Zeichen zur Verfügung.

So erstellt ihr Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen

Da sich das Format noch in der Beta-Phase befindet kann es sein, dass es für euch noch nicht freigeschalten wurde. Das soll jedoch noch in diesem Jahr für alle Werbetreibenden getan werden.

Zuerst müsst ihr euch natürlich bei Google AdWords anmelden. Im Seitenmenü findet ihr die Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen unter „Anzeigen und Erweiterungen„. Wenn ihr auf das „+“ klickt, erscheint schon der Tab „Responsive Suchnetzwerk-Anzeige„. Danach müsst ihr eure finale URL der Landingpage eingeben und es geht an die verschiedenen Versionen für Anzeigen-Titel und Beschreibungstext.

Beim Titel müsst ihr mindestens drei, könnt aber bis zu 15 verschiedene Versionen angeben. Bei den Beschreibungstexten sind bis zu vier Varianten möglich. Grundsätzlich gilt: umso mehr Varianten ihr jeweils angebt, desto besser. So gebt ihr dem Google Machine Learning mehr Spielraum, um verschiedene Kombinationen zu testen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass gleich ein paar Varianten sehr gut performen. Die User bekommen nämlich später mitunter mehrere verschiedene Anzeigen zu einem Produkt angezeigt und Google analysiert, welche am besten funktioniert hat.

Google AdWords, responive Anzeigen

Im Google AdWords Menü sieht das Setup wie folgt aus. / Screenshot

Eine Keywordrecherche nimmt euch Google übrigens nicht ab. Hier müsst ihr schon selbst im Vorfeld schauen, wonach User suchen und eure Titel und Beschreibungen entsprechend formulieren. Google findet lediglich die Kombinationen dieser Titel und Beschreibungen, die am besten zu den aktuellen Suchanfragen der relevanten User passen. Ihr erspart euch also ein aufwendiges Testing.

Tipps & Tricks für gute Anzeigen-Titel

  • Da in diesem Format die Reihenfolge und Kombinationen von Google ständig verändert werden, müssen eure Texte sowohl allein, als auch mit jeder anderen Variante zusammen stehen können. Eure Textbausteine sollten sich also nicht gegenseitig ausschließen und sollten auch zusammen Sinn ergeben.
  • Gibt es Keywords oder Wortgruppen, die auf jeden Fall in jeder Anzeige auftauchen müssen? Dann habt ihr die Möglichkeit, diese an erster oder zweiter Stelle zu fixieren. Um eurer Anzeige jedoch nicht die Flexibilität zu nehmen, könnt ihr für die ersten beiden Positionen auch mehrere Varianten angeben. So kommen die Informationen auf jeden Fall vor, aber Google hat dennoch Raum, um ausreichend zu variieren.
  • Variiert auch mit der Länge der einzelnen Titel. Nicht jede Version sollte die maximale Zeichenanzahl beinhalten. Auch so bringt ihr Abwechslung ins Spiel.
  • Inhalt: natürlich solltet ihr die Vorzüge eures Produktes oder eurer Dienstleistung erwähnen. Welche Probleme könnt ihr lösen? Auch Versand- oder Rücksendeoptionen sind erwähnenswert, weil sie den ein oder anderen unschlüssigen User überzeugen können, sich euer Angebot näher anzusehen.

Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen können sich lohnen

Sobald auch ihr Zugriff auf das smarte Werbeformat habt, solltet ihr es zumindest einmal testen. Laut Google erzielen Werbetreibende damit nämlich im Schnitt 15% mehr Klicks. Ein großer Pluspunkt ist das Zeitersparnis, denn Google testet vollkommen automatisch viel mehr Versionen eurer Anzeige, als ihr es je könntet und das in kürzerer Zeit.

Auch die Reichweite von Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen dürfte höher ausfallen, als bei normalen Textanzeigen, denn mit einer Anzeige könnt ihr unmöglich jeden potenziellen Kunden ansprechen. Bei den vielen verschiedenen Versionen, die durch Google Machine Learning erzeugt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit hingegen, denn während einige User auf die ursprüngliche Version vielleicht nicht reagiert haben, sich aber für das Produkt interessieren, fühlen sie sich bei der zweiten oder dritten Variante vielleicht schon eher angesprochen und wollen sich doch mal informieren.

Das führt wiederum zu mehr Klicks und letztlich auch zu mehr Conversions, denn Responsive Suchnetzwerk-Anzeigen nehmen an deutlich mehr Auktionen teil, als gewöhnliche Textanzeigen.

Bei all den Vorteilen, die zu schön sind, um wahr zu sein, solltet ihr die Anzeigen trotzdem regelmäßig im Auge haben, denn sie werden schließlich ständig verändert, was sich wiederum auf die Leistung auswirkt. Ihr solltet euch also nicht blind auf das Machine Learning verlassen. Aus diesem Grund ersetzt das Machine Learning auch keine erfahrene Adwords Agentur.

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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