So kann Snapchat auch für euer Unternehmen sinnvoll sein

Trotz konstantem Absturz an der Börse erfreut sich Snapchat noch immer großer Beliebtheit. Weltweit nutzen 166 Millionen die App jeden Tag. Auch wenn Konkurrenten, wie Facebook oder Instagram verschiedene Funktionen längst kopiert haben, liegt Snapchat mit über 10 Milliarden Video Views am Tag noch vorne. Höchste Zeit also, über dieses Netzwerk potenzielle Kunden zu erreichen? Unternehmen sind oft noch skeptisch und stellen immer wieder die Frage: „Und was bringt mir das?“. In diesem Blogbeitrag wollen wir euch die Möglichkeiten für Unternehmen auf Snapchat zeigen und die Frage beantworten, was Snapchat für euch tun kann.

„Snapchat ist eher was für Teenies, und die gehören nicht zu unserer Zielgruppe.“ Dieses Klischee hält sich seit dem Start von Snapchat . Wie bei nahezu allen Klischees, ist daran auch etwas dran. Sicherlich wird auf Snapchat nach wie vor eine jüngere Generation angesprochen, aber bei weitem nicht nur Teenies. 63% der Nutzer sind zwischen 13 und 24 Jahre alt. Immer mehr „ältere“ User fuchsen sich in die App hinein und entdecken Inhalte in einer für sie völlig neuen Form.

Genau das ist bzw. war der große Vorteil von Snapchat: durch sich selbst löschende Fotos und Videos entstand eine neue Art der Kommunikation und Netzwerk-Dynamik. Mit anderen Worten: Snapchat ist spannender, als die vergleichsweise statischen Newsfeeds von Facebook, Instagram und Co.

Da die wichtigsten Funktionen mittlerweile von den großen Konkurrenten kopiert wurden, ist dieser Vorteil jedoch dahin. Trotzdem erfreut sich Snapchat einer treuen Community. Hieraus ergibt sich ein zweiter Vorteil: Ihr könnt hier neue Zielgruppe und Kunden erreichen. Aber wie?

Snapchat Unternehmens-Profil

Wer sich entschließt, Snapchat auszuprobieren, sollte sich vorher schlau machen, wie die App und die Comunity funktionieren. Mit einem eigenen Profil halst man sich nämlich schnell eine Menge Arbeit auf. Hier genügt es nicht, ab und zu ein Bild zu posten, um die Fans bei Laune zu halten. Durch die sich löschenden Inhalte seid ihr angehalten, kontinuierlich – am besten mehrmals am Tag – Content zu liefern. Dabei geht zwar Authentizität über Qualität der Beiträge, es ist jedoch trotzdem recht aufwendig. Hinzu kommt, dass wegen dem besonderen Format (vertikal über den gesamten Bildschirm) in den meisten Fällen Content, den ihr für andere Kanäle verwendet, nicht auf Snapchat funktioniert. Die Folge: Ihr müsst Content speziell für Snapchat erstellen.

Bei den Inhalten könnt und solltet ihr richtig kreativ sein und die Möglichkeiten der App ausschöpfen. Nutzt Filter, Emojis und alle anderen Funktionen. Wichtig: Snapt nicht einfach drauf los. Ihr solltet schon einen roten Faden in eurer Story haben. Die User sollen euch folgen können und gespannt sein, was als nächstes passiert.

Trotzdem steht noch immer die Frage im Raum: Und wozu der ganze Aufwand? Snapchat eignet sich aktuell eigentlich nur dazu, eure Marke bekannter und beliebter zu machen. Es geht um Awareness und Engagement. Mit kreativem Content können Marken hier bei Usern auftrumpfen und aus der Masse herausstechen. Dieses „positiv Auffallen“ kann wiederum die Kaufentscheidung beeinflussen.

Snapchat Werbung schalten

Dank der vertikalen Ausrichtung der Videos und Fotos, die den ganzen Bildschirm des Smartphones beanspruchen, wird Werbung auf Snapchat auch wirklich wahrgenommen. Ihr ploppt nicht irgendwo als kleine Anzeige im Feed des Users auf, ihr nehmt das komplette Display ein. Das steigert die Aufmerksamkeit des Users. Ein weiterer Vorteil: Um Snapchat Ads zu schalten benötigt ihr kein Unternehmensprofil. Ihr könnt also dort werben, ohne selbst als Unternehmen vertreten zu sein. Dafür müsst ihr euch nur im Snapchat Ad Manager anmelden.

Die Werbe-Möglichkeiten sind zugegeben bislang noch kleiner, als bei den Konkurrenten. Momentan könnt ihr folgende Arten von Anzeigen erstellen:

  • Sponsored Lenses
  • Geofilter
  • Snap Ads

Sponsored Lenses

Snapchat lebt von den kreativen und teilweise verrückten Filtern, genannt Lenses. Die bekanntesten Linsen ist wohl der tanzende Hot Dog oder der Hund, der seine Zunge herausstreckt, wenn ihr den Mund öffnet. Eine solche Linse könnt ihr für eure Marke erstellen, damit User sie für ihre Snapchat Stories nutzen. So bekommt ihr im Handumdrehen User generated Content. In keinem anderen Netzwerk wird mit Anzeigen so lange und so intensiv interagiert, wie hier. Durchschnittlich befasst sich ein User ganze 20 Sekunden mit einer Anzeige. Zum Vergleich: Im mobilen Newsfeed von Facebook bleibt euch lediglich ein bisschen mehr als eine Sekunde, um zu überzeugen und in Erinnerung zu bleiben.

Ihr verkauft Sonnenbrillen? Dann lasst die User eure neuesten Modelle doch einfach virtuell aufsetzen. Auch Produkte, die auf den ersten Blick nicht wirklich in Frage kommen, weil sie ein wenig „sperriger“ sind, können auf kreative Art und Weise verarbeitet werden. Eure Zielgruppe wird sich kaputt lachen, wenn ihr Kopf zum Beispiel zum Fußball wird, weil ihr Gartenzubehör verkauft und auf eure Rollrasen-Aktion hinweisen wollt.

Die Erstellung eigener Lenses erfordert technisches Know-how. Deswegen könnt ihr diese Ads bislang nicht selber im Snapchat Ad Manager erstellen. Hierfür müsst ihr Snapchat kontaktieren und in Zusammenarbeit eine Linse erstellen. Viel Aufwand, um auf seine Marke aufmerksam zu machen.

Snapchat Sponsored Lenses

In diesem Beispiel stellte Puma seine neue Kollektion vor, in dem es die neuen Modelle über dem Kopf der User kreisen ließ. / Foto: Snapchat

Geofilter

Geofilter werden gerne genutzt, um seiner Gefolgschaft zu zeigen, wo dieses tolle Video oder Foto aufgenommen wurde. In nahezu jeder Stadt gibt es mittlerweile passende Geofilter, die ihr verwenden könnt. Warum sollte da nicht auch euer Geschäft auftauchen? Ihr wollt mehr lokale Kunden in eure Filiale locken? Dann erstellt einen witzigen oder einfach schönen Geofilter und macht den Usern klar, wann und wo dieser nutzbar ist.

Ein Fußballverein wird seine Fans begeistern, wenn diese im Stadion einen Snap vom Spiel mit passendem Label aufnehmen können. Auf Snapchat könnt ihr User für euch werben lassen, indem ihr ihnen kreative Werkzeuge bereit stellt, die sie gerne nutzen. Netter Nebeneffekt: Ihr seht, wo eure Produkte gekauft, in Erwägung gezogen oder konsumiert werden.

Leider sind eigene Geofilter noch nicht in jeder Region verfügbar. Hier müsst ihr euch gegebenenfalls noch gedulden, bis ihr loslegen könnt.

Snapchat Geofilter

In nahezu jeder Stadt gibt es bereits passende Geofilter. Für Werbetreibende ist die Funktion hingegen erst in wenigen Orten nutzbar. / Foto: Snapchat

Snap Ads

Dieses Format ist vergleichsweise klassisch, denn ihr seid allein für den Inhalt verantwortlich. Mit Fotos oder Videos zu eurer Marke oder euren Produkten erscheint ihr zwischen den Stories der User. Diese können die Werbung zwar skippen, aber durch das große Format habt ihr eine gute Chance, dass euer Clip auch gesehen wird und im besten Fall beim User in Erinnerung bleibt. Momentan könnt ihr euch zwischen 10-sekündigen Clips in Snapchat-Story-Manier und längeren Werbefilmen, die nach ein paar Sekunden übersprungen werden können, entscheiden.

Ihr habt hierzu verschiedene Möglichkeiten. Wer Daten sammeln will, kann seine Ad so einstellen, dass User beim Antippen ihre Mailadresse an euer Unternehmen schicken. Eine weitere nützliche Funktion: Swipe up! Hiermit könnt ihr diverse Call-to-actions verbinden. Die User sollen eure App herunterladen? „Swipe up!“, und der Download startet, ohne, dass der User Snapchat verlassen muss. Ihr wollt mehr Traffic auf eurer Website, Blog oder Online-Shop? „Swipe up!“, und der User landet direkt bei euch.

Snapchat Targeting

Das Targeting läuft wie bei allen anderen Plattformen, auf denen ihr Werbung schaltet. Ihr könnt Optionen wie Alter, Geschlecht, Lokaction, Endgerät, Beruf wählen und einstellen, ob User die Anzeige im Content- oder Discover-Bereich sehen sollen. Allerdings wird die Reichweite bei all diesen Optionen schnell stark eingeschränkt. Hier ist Feingefühl gefragt. Eure Zielgruppe schrumpft hier weitaus schneller, als auf Facebook oder Instagram.

Einen Vorteil bietet wiederum die Ausspielung der Anzeige, denn ihr bucht ein Umfeld, das ihr kennt. Ihr könnt so sicher sein, dass eure Snapchat Ad nicht zwischen anzüglichen oder politisch inkorrekten Inhalten auftaucht. Mit diesem Problem hatte zuletzt YouTube zu kämpfen, was der Plattform einige Werbekunden gekostet hat.

Fazit

Snapchat ist momentan noch recht eingeschränkt für deutsche Werbetreibende nutzbar. In Sachen Werbung gibt es noch viel Luft nach oben, beim Blick über den großen Teich wird aber klar, dass hier noch viel passieren wird. In de USA gibt es bereits weitaus mehr Möflichkeiten für Unternehmen. Die Kooperation mit Time Warner könnte ebenfalls völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Abschreiben sollte man die Plattform jedenfalls nicht, denn schon jetzt bietet sich hier und da die Chance, neue Zielgruppen zu erschließen und für sich zu gewinnen.

So konnte zum Beispiel der Whisky-Hersteller Jameson mit seinem St.-Patrick’s-Day-Filter die Kaufintention um ganze 42% steigern. Die Skate-Marke Vans feierte ihren 50. Geburtstag mit einem eigenen Filter auf Snapchat und konnte 100 Millionen Klicks einheimsen und die Kaufabsicht um 37% steigern. Allein in Deutschland nutzen bereits 5 Millionen regelmäßig Snapchat. Das Potenzial ist also auch hierzulande vorhanden.

Ihr könnt aber auch schon jetzt auf besonders kreative Weise ein positives Markenbild erzeugen und Kaufentscheidungen positiv beeinflussen – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Wir behalten die weitere Entwicklung der Snapchat Werbung für euch im Auge und versorgen euch mit Neuigkeiten. Wer den Versuch starten und auf Snapchat potenzielle Kunden erreichen will oder wissen will, ob Snapchat zu seiner Marke und seiner Zielgruppe passt, dem können wir natürlich auch helfen.

 

Wer sich das Ad-Angebot von Snapchat selber noch einmal ansehen will, wird bei den Anzeigenprodukten fündig.

Philipp ist Social Media Ninja im E-Team und kümmert sich (fürsorglich) um den Content auf unserem Blog und unsere anderen sozialen Kanälen. Zudem bringt er als passionierter Schlagzeuger einer Countryband nebenbei ein wenig Redneck-Vibes ins Büro – yeeeehaaaaww!

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